Digitalisierung DB Infrago rüstet den „ScanMed“-Korridor auf

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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„ScanMed“ bezeichnet den rund 4.500 Kilometer messenden deutschen Abschnitt des Schienenkorridors Skandinavien-Mittelmeer. Jetzt wird die Strecke mit dem European Train Control System (ETCS) aufgerüstet. Unterstützung gibt es von Drees & Sommer.

Das Zugbeeinflussungssystem ETCS bildet die Basis für die Digitalisierung des deutschen Schienenverkehrs.(Bild:  DB Infrago/Digitale Schiene Deutschland)
Das Zugbeeinflussungssystem ETCS bildet die Basis für die Digitalisierung des deutschen Schienenverkehrs.
(Bild: DB Infrago/Digitale Schiene Deutschland)

Der deutsche Teil des Schienenkorridors von Skandinavien ans Mittelmeer reicht von Padborg an der dänischen Grenze bis nach Kiefersfelden und Freilassing an der Grenze zu Österreich. DB Infrago, das Infrastrukturunternehmen der Deutschen Bahn, rüstet die Schienenstrecke jetzt mit dem European Train Control System (ETCS) und moderner Stellwerkstechnik aus. Damit sollen sowohl die Effizienz als auch die Sicherheit sowie die Zusammenarbeit im europäischen Schienenverkehr gestärkt werden. Dabei unterstützt das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer sowohl die Termin- und Multiprojektsteuerung als auch das Risikomanagement.

Mit über 30.000 Stelleinheiten und zahlreichen digitalen Steuer- und Technikzentralen ist der „ScanMed“-Korridor eines der größten Digitalisierungsprojekte in Deutschland. Wie es heißt, stärke der ETCS-Ausbau entlang dieser zentralen Achse nicht nur die deutsche Schieneninfrastruktur.

Er verbessert auch die Zusammenarbeit mit europäischen Eisenbahnverkehrsunternehmen.

André Schulz, Gesamtsteuerer im Projektmanagement-Büro „ScanMed“

Ziel der Digitalisierungsoffensive sei es, technische Schnittstellen zwischen Zügen und Infrastruktur europaweit zu standardisieren und damit Interoperabilität zu gewährleisten. Schulz: „Das erhöht außerdem die Betriebssicherheit, steigert gemeinsam mit weiteren modernen Technologien mittelfristig die betrieblichen Kapazitäten durch kürzere Zugfolgezeiten und verringert die Anzahl der Außenanlagen.“

Was bringt das neue ETCS?

Das neue Zugbeeinflussungssystem kann zahlreiche Informationen, die heute noch über Signale vor Ort vermittelt werden, künftig digital über Funk bereitstellen. Eine zentrale Leitstelle überwacht in Echtzeit die Positionen der Züge, gibt Fahranweisungen und kann die Auslastung einzelner Streckenabschnitte präzise steuern. So lasse sich das Netz effizienter nutzen, ohne Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen, wie es weiter heißt. Neben ETCS bilden moderne Stellwerkstechnik und das integrierte Leit- und Bediensystem das Rückgrat der neuen digitalen Ausstattung.

Damit Projekte wie die Modernisierung des „ScanMed“-Korridors gelingen, setzt DB Infrago immer häufiger auf branchenübergreifende Partnerschaftsmodelle. Mit der Digitalen Schiene Deutschland bündelt die Branche ihr Wissen, damit aus vielen einzelnen Techniklösungen ein digital vernetztes Bahnnetz entsteht. Ein Team rund um Drees-&-Sommer-Projektleiter Nils Johannsen unterstützt neben der Terminsteuerung bei der Koordination aller Teilprojekte sowie bei der Zusammenarbeit der verschiedenen Gewerke. Es gibt noch viel zu tun: Ende 2035 will man mit dem „ScanMed“-Projekt fertig sein.

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