Fördertechnik Schnelle Dollies rollen automatisch

Im Auftrag eines großen Transportunternehmens hat UCS Industrieelektronik eine Rollcontaineranlage mit besonders hohen Ansprüchen automatisiert. Pro Stunde sollten 210 Dollies in der Station aufgenommen werden – alle 17 Sekunden wird eine rollende Viertelpalette ein- beziehungsweise ausgeschleust.

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Täglich werden bei einem Spediteur Tausende von Rollcontainern angeliefert. Die Dollies mit den Waren werden normalerweise kostenintensiv per Hand auf Förderer geschoben und mit Lastenfahrstühlen ins obere Lagergeschoss befördert. UCS entwickelte auf Basis einer Siemens-Simatic-S7-314-CPU eine unternehmensspezifische Software zur automatischen Steuerung dieses Prozesses.

210 Dollies rollen in einer Stunde durch

Die vorgegebene Taktzeit von 210 rollenden Viertelpaletten pro Stunde erforderte eine extrem schnelle Aufnahme der Rollcontainer durch die Verfahrwagen. Für die Sicherheit baute UCS vier Lichtgitter-Systeme ein, die für absoluten Personenzugangsschutz während der Bedienung sorgen.

Sämtliche Rollcontainer mussten um 5500 mm angehoben und vom Erdgeschoss in den ersten Stock gebracht werden. Dies erledigt eine Hebevorrichtung, die jeweils zwei Dollies gleichzeitig nach oben befördert. Die Doppelbelegung spart Zeit und ermöglicht die gewünschte Taktrate, die allein durch hohe Hubgeschwindigkeit (1 m/s) und die schnellen Kettenförderer (70 Hz) nicht erreichbar wäre.

Aus Platzgründen konnten die Behälter nicht wie üblich längs auf den Förderstrang geschoben werden, sondern mussten quer aufgenommen und angehoben werden. Es war besonders wichtig, sicherzustellen, dass sich während des automatischen Transports keine Personen in dem Bereich aufhalten.

Dollies müssen millimetergenau positioniert werden

Zudem mussten die Rollcontainer vor dem Anheben millimetergenau vermessen und positioniert werden, weil zwischen den Stockwerken nur eine relativ kleine Durchgangsöffnung für den Heber zur Verfügung steht. Wird bei der automatischen Größenkontrolle am Eingang der Aufnahmestation eine Überbreite festgestellt, wird der Behälter gesperrt oder alleine nach oben transportiert.

Die Container werden im Pulk auf den Heber geschoben. Zur Sicherheit wird noch einmal nachgemessen und bei Überbreite die Förderung unterbrochen. Oben angekommen, werden die Dollies spiegelverkehrt zum Erdgeschoss erst im Pulk auf Doppelplatzförderern und dann getrennt voneinander auf einem Einzelplatzförderer transportiert, bis sie auf den Verfahrwagen abgesetzt werden, wo sie von einem Bediener in Empfang genommen, quittiert und eingelagert werden.

Sobald der letzte Rollcontainer angekommen ist, kann die Anlage automatisch umgeschaltet werden. Ändert sich die Förderrichtung, tauschen auch Heber und Verfahrwagen ihre Grundstellungen. Die entladenen, leeren Dollies werden zurück ins Erdgeschoss befördert. Die nächste Ladung Rollcontainer kann dadurch ohne Zeitverlust transportiert, die Taktrate eingehalten werden. Im Notfall ist die Anlage jederzeit reversierbar. MM

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