Transportbarometer Spotmarkt gewinnt wegen Kapazitätsabbau an Bedeutung

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Die deutlich erhöhte Anzahl an Frachtangeboten auf dem Marktplatz von Timocom zeigt, dass Unternehmen nach wie vor stark auf den Spotmarkt setzen. Dies liegt auch daran, dass zahlreiche Spediteure in Zentraleuropa, gerade in Deutschland, ihren Eigenfuhrpark reduziert haben, ihren Verpflichtungen aus den festen Jahresverträgen aber nachkommen müssen.

Die angebotenen Transportkapazitäten sind gegenüber 2023 um 32 Prozent gesunken. Die hohe Frachtraumnachfrage lastet die Frachtführer anscheinend ausreichend aus.(Bild:  Timocom)
Die angebotenen Transportkapazitäten sind gegenüber 2023 um 32 Prozent gesunken. Die hohe Frachtraumnachfrage lastet die Frachtführer anscheinend ausreichend aus.
(Bild: Timocom)

Das deutsche Unternehmen Timocom, das sich selbst als „Wegbereiter und Wegbegleiter“ in die digitale Zukunft der Logistik versteht, stellt die Frage, ob nach Februar-Tief und schwachem März das erwartete Oster-Hoch Opfer der trumpschen Zollpolitik zu werden droht. Die Frage ist durchaus berechtigt, denn der europäische Transportmarkt ist nach wie vor unausgeglichen. Das Timocom-Transportbarometer, das das Verhältnis von Frachtangeboten zu Laderaumangeboten widerspiegelt, bewegt sich weiterhin deutlich über einem ausgeglichenen Niveau von 50:50.

Nach einem sehr starken Januar mit 75 Prozent Frachtanteil fiel der Wert dem Barometer zufolge im saisonal bedingt schwachen Februar auf 66 Prozent und lag damit über den Vorjahren. Im März stieg der Wert nur leicht darüber, blieb aber mit 68 Prozent unterhalb des Vorjahreswerts (73 Prozent). Dies sei sicher auch der Tatsache geschuldet, dass die Osterfeiertage in diesem Jahr erst Ende April liegen, so Timocom. Das war im vergangenen Jahr früher, weshalb auch das Ostergeschäft zeitiger anrollte.

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln

Angesichts der aktuellen Zolldiskussionen und der soeben verkündeten Aussetzung der meisten Zölle auf 90 Tage durch Donald Trump könnten sich die Konjunkturdaten für ganz Europa aber noch deutlich verändern. Laut Analyse des Ifo-Instituts würden die neuen wechselseitigen US-Zölle des „Dealmakers“ Deutschlands Exporte in die USA vermutlich um 2,4 Prozent senken, sollte die EU keine Gegenmaßnahmen ergreifen.

Vor allem in Deutschland und Österreich, wo der Export eine besonders große Rolle spielt, sind die Folgen nicht absehbar.

Gunnar Gburek, Company Spokesman der Timocom GmbH

Für Timocom folge daraus, dass man die Prognose für die Entwicklung des Transportbarometers unterhalb der Vorjahreswerte angesetzt habe. Ähnlich sähen das auch die Logistikweisen in ihrem Jahresbericht, in dem die Zollankündigungen noch nicht alle berücksichtigt werden konnten. In ihrer Prognose gehen die Experten im Wirtschaftsbereich Logistik für das Jahr 2025 zwar von einem nominalen Wachstum von 1,3 Prozent aus, real schrumpft es aber um 0,1 Prozent. Handelspartner wie die USA und China würden weiter an Relevanz verlieren und die europäische und die globale Wirtschaft sich künftig besser entwickeln.

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