Logistikentwicklungen

Sprechende Stapler, digitale Lager und neuartige Logistikprozesse

| Redakteur: Robert Weber

Visualisierung ist der Schlüssel: Lidl wird über den Einsatz der Tarakos-Software berichten und Einblick in die Logistik geben
Visualisierung ist der Schlüssel: Lidl wird über den Einsatz der Tarakos-Software berichten und Einblick in die Logistik geben (Bild: Tarakos)

Die Digitalisierung der Produktion verändert auch die Lager- und Logistikprozesse. Das Schlagwort Industrie 4.0 ist nicht mehr nur eine Floskel, sondern zahlreiche Unternehmen füllen den Begriff mit Leben. MM Logistik zeigt Ihnen die jüngsten Entwicklungen von Lidl, Bosch und Co.

Wir von der Redaktion MM Logistik haben für Sie einige spannende Projekte recherchiert und wollen Ihnen auf unserer Veranstaltung am 13./14.11.2013 in Würzburg (http://www.digitale-logistik.de) die Ergebnisse präsentierten.

Ein kleiner Vorgeschmack: Bei der Robert Bosch GmbH werden mittels objektbezogener Eventdatenerfassung bereits heute Prozesse entlang der Lieferkette gesteuert und optimiert. Bisher handelte es sich um interne Aktivitäten. Im Rahmen des Projektes RFID based Automotive Network (RAN) wurden mit Partnern aus der Automobilindustrie Grundlagen erarbeitet, die es ermöglichen auf Basis standardisierter Prozessbausteine einheitliche Informationen entlang der Supply Chain zur Verfügung zu stellen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen wird aktuell bei Bosch eine Softwareplattform eingeführt, auf der Eventdaten abgelegt und mit externen Partnern ausgetauscht werden können. Vorrangig werden aktuell logistische Daten erfasst und gespeichert. Der gleiche Ansatz ermöglicht es aber auch, serialisierte Daten auf Einzelproduktebene zu erfassen und diese zu einer umfassenden Steuerung des Gesamtsystems im Sinne von Industrie 4.0 einzusetzen.

Augmented-Reality für Stapler

Ein weiterer Schwerpunkt: Augmented Reality – erweiterte Realität. Zuerst wird Matthias vom Stein vom Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik der TU München auf die Technologie selbst eingehen und Historie, Eigenschaften, Stärken und Grenzen der Technologie erläutern. Im Anschluss wird der Wissenschaftler einige Anwendungsbeispiele darstellen.

In einem weiteren Schritt wird auf die Anwendung der Technologie im Bereich der Intralogistik eingegangen. In diesem Teilbereich der Logistik ist der Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik vorwiegend forschend tätig. Zwei Forschungsprojekte sollen vorgestellt werden:

  • Pick-by-Vision I und II
  • Einsatz der Augmented-Reality-Technologie zur Unterstützung des Fahrers von Flurförderzeugen

Im Rahmen der bereits abgeschlossenen Forschungsprojekte Pick-by-Vision I und II wurden Lösungen entwickelt, die den Arbeiter beim Kommissioniervorgang unterstützen. Der Kommissionierer bekommt per Datenbrille Informationen zum Kommisionierauftrag in das Sichtfeld eingeblendet und wird zu den einzelnen Lagerplätzen geführt. Durch optische Sensorik wird zudem die kommissionierte Ware überprüft und die Rate von fehlerhaften Picks minimiert. Im zweiten vorgestellten Forschungsprojekt wird untersucht, inwieweit der Fahrer eines Gabelstaplers mittels Augmented-Reality-Technologien bei seiner Arbeit unterstützt werden kann. Hier sollen im ersten Ansatz Informationen direkt auf der Frontscheibe dargestellt werden. Alternativ ist ebenfalls geplant, Arbeitshinweise mittels einer Datenbrille zu übermitteln.

Lidl visualisiert und spricht über Logistikplanung

Ein weiterer Höhepunkt des bevorstehenden Events ist der Vortrag von Falk-Johannes Schwarz von Lidl. An Beispielen wird der Intralogistikexperte der Lidl-Stiftung & Co. KG aufzeigen, wie in der zentralen Logistikplanung des Konzerns moderne Methoden und Softwaretools eingesetzt werden. Logistik ist einer der Erfolgsfaktoren der Lidl-Gruppe. Wegen der zahlreichen, weitgehend gleichen Logistikzentren ist die fundierte und exakte Planung dieser Einrichtungen umso wichtiger. Zu diesem Zweck wird unter anderem Software eingesetzt, die die Lager- und Transporteinrichtungen als animierte Virtual-Reality-Szenen darstellen, in denen sich die Planer in Echtzeit „bewegen“ können und anhand der Gegebenheiten Projektideen bewerten können/weiterentwickeln können. Ebenso können die Ergebnisse in Videos für Präsentations- und Schulungszwecke genutzt werden.

Wegen der ständigen Fortentwicklung der logistischen Anforderungen, technischen Möglichkeiten sowie Neuorganisationen von Betriebsabläufen bedürfen die Logistik-Konzepte eines stetigen Optimierungsbedarfs. Der Einsatz von speziellen Softwaretools zur virtuellen Planung, Visualisierung und Simulation bietet die Möglichkeit, unterschiedlichste Aspekte „durchzuspielen“.

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