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Konkret: Der technologische Fortschritt, die Anforderungen, die sich beispielweise durch verkürzte Reaktionszeiten ergeben, werden (fast) nie umgesetzt. Unternehmensinterne Warengruppensystem haben somit einen statischen Charakter; mit der Konsequenz, dass sie von Jahr zu Jahr schlechter werden, weil sie das betriebliche Geschehen immer weniger exakt abbilden können. Diese Erkenntnis führte nahezu zwangsläufig zum Einsatz von E-Class.
Fachrunde schreibt E-Class-Code fort
Auch wenn E-Class selbst als Kompromiss zu bezeichnen ist, handelt es sich um einen, der in einer großen, fachkompetenten Runde erzielt wurde, der das fachliche und methodische Wissen unterschiedlicher Unternehmen und somit auch unterschiedlicher Branchen vereint. Durch diese fachliche Runde wird der Code fortgeschrieben, weiter entwickelt und somit an wirtschaftliche Veränderungen angepasst.
Auch wenn E-Class als „Blaupause“ für den Aufbau eines eigenen (sozusagen E-Class-basierten) Warengruppensystem dient, sind für die Auswahl der einzelnen Klassen Kriterien zu bilden. Denn Ziel ist es, sowohl die internen als auch die externen Belange abzubilden. Die Grundanforderungen an eine Warengruppensystematik können wiederum so umfassend und gegensätzlich sein, dass eine arbeitsfähige Ableitung kaum möglich ist. Kriterien wie Versorgungsrisiko, Qualitätsanforderungen, Erfolgsbeitrag aber auch technische Gesichtspunkte usw. lassen sich zwar gut begründen, sie sind jedoch teilweise sehr relativ.
Erstellung der Warengruppen erfolgt in zwei Schritten
Was heute als ein mit Versorgungsrisiko behaftetes Teil gilt, kann morgen aufgrund neuer Lieferanten unkritisch sein. Zuordnungskriterien müssen demnach so gefasst werden, dass die Gültigkeitsdauer und die Analysemöglichkeit nicht all zu sehr in Konkurrenz zueinander stehen. Zusätzlich lässt sich ein collaborativer Anspruch aus solchen Kriterien nicht ableiten. Da der situationsbezogene Aspekt allerdings auch nicht negiert werden kann, ist bei der Erstellung der Warengruppen in zwei Schritten vorzugehen.
Im ersten Schritt ist die Ableitung eng an E-Class angelehnt. Rein situationsbezogene Anforderungen werden ganz bewusst ausgeblendet. Eine Ableitung von Warengruppen aus E-Class setzt voraus, dass auch hier einige Regeln eingehalten werden. Diese Regeln sind teilweise der E-Class-Struktur geschuldet, teilsweise wird durch deren Einhaltung das Nutzenpotenzial erheblich erhöht. Diese Regeln gelten nur für eine E-Class-Ableitung, würde der UNSPSC zugrunde gelegt, müssten diese Regeln entsprechend angepasst werden. Die Regeln im Detail werde in der nächsten Folge dieser Artikelserie behandelt.
Dr. Ulrich L. Manz ist Professor an der Hochschule Darmstadt mit den Forschungsschwerpunkten Collaborative Klassifikationen, Standardisierung von Unternehmensprozessen und Stammdatenmanagement. Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Ayhan Bulut und Dipl.-Betriebswirt (FH) Ingo Tölke sind Geschäftsführer der IFCC GmbH, Institute for collaborative Classification, 64839 Münster, Tel. (0 60 71) 61 27 26, info@ifcc.de.
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