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Eine besonders hohe Bedeutung hat die nachhaltige Beschaffung heute bereits in sehr großen Unternehmen und bei Produzenten, die für Endverbraucher tätig sind. So sind für 79% der Entscheider aus der Nahrungs-, Textil- und Möbelindustrie ökologische Standards sehr wichtig, in der Metallindustrie und im Maschinenbau sind es nur 50%.
Konsumenten machen Druck in Richtung Nachhaltigkeit in der Beschaffung
Jens Hornstein, Partner und Leiter des Kompetenzteams Nachhaltige Beschaffung von Kerkhoff Consulting, wird dahingehend zitiert, das Konsumenten immer stärker nachhaltige Produkte nach fragten. Darum sei es nicht verwunderlich, dass diese Branchen der Nachhaltigkeit eine höhere Bedeutung beimessen würden.
Aber auch in den anderen Branchen werde der Druck für soziale und ökologische Standards künftig steigen, selbst wenn sie nicht an Endverbraucher liefern. Denn laut Hornstein sind sie Teil einer anderen Wertschöpfungs- und Lieferkette, die irgendwann beim Endverbraucher ankommt und zukünftig in ihrer Gänze auf Nachhaltigkeitsfaktoren untersucht wird.
Öko-Labels werden für Nachhaltigkeit in der Beschaffung immer wichtiger
Diese These wird von der Studie gestützt: 45% der Befragten haben angegeben, dass für ihre Kunden, sowohl Endverbraucher als auch andere Unternehmen oder Behörden, Öko-Labels bereits heute wichtig oder sogar sehr wichtig sind.
Um diese Labels zu erhalten, so Hornstein, muss die gesamte Lieferkette geprüft werden – bis hin zum Abbau der Rohstoffe in Märkten der dritten Welt oder der Schwellenländer. Da gesetzliche Bestimmungen, vor allem initiiert durch die Europäische Kommission, noch verschärft würden, könnten sich Unternehmen ihrer Verantwortung nicht mehr entziehen.
Heute haben noch 42% der befragten Unternehmen keinen einzigen Mitarbeiter ständig in den Regionen vor Ort, aus denen sie ihre Rohstoffe beziehen. Nur 15% der Unternehmen tragen Sorge, dass in allen Regionen ein ständiger Ansprechpartner vorhanden ist.
Unternehmenslenker müssen jetzt auf Nachhaltigkeit in der Beschaffung setzen
Nachhaltigkeit, so Dr. Erik Hofmann von der Universität St. Gallen, sei heute kein Thema mehr ausschließlich für Sozialromantiker oder Grüne, die es in die Chefetagen geschafft haben.
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