Verpackungstechnik

Verpackungsmaterialien aus der Bio-Raffinerie

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Mit seiner Arbeitsgruppe generiert er neue Bioraffineriesysteme. Produkte der Forschungstätigkeit sind Kunststoffe auf der Basis von nachwachsenden Rohstoffen nach kundenspezifischen Vorgaben bis zur Entwicklung von Prototypen in Klein- und Vorserien. Dabei ist die gesamte Wertschöpfungskette im Blick, vom biotechnologischen Prozess über die Isolierung von Plattformchemikalien zur Polymerisation bis zur Granulatherstellung. Schließlich besteht die Möglichkeit, den so gewonnenen Kunststoff im institutseigenen Technikum auf entsprechenden Maschinen zu Produkten zu verarbeiten. Dies dürfte besonders für mittelständische Firmen von Interesse sein, da Fraunhofer Umsicht auch Zugang zu Forschungsgeldern von öffentlichen Einrichtungen hat.

So stehen auch neueste Forschungsergebnisse zur Entwicklung marktfähiger Produkte zur Verfügung. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit mit der FKuR Kunststoff GmbH in Willich, mit der gemeinsam Biokunststoffe entwickelt werden. Auf der K 2007 sowie der Interpack 2008 in Düsseldorf wurden die Innovationen dem Fachpublikum vorgestellt.

Dr.-Ing. Christian Bonten zufolge, gerade von BASF in die Geschäftsleitung von FKuR gewechselt, werden zurzeit vornehmlich kurzlebige Kunststoffprodukte wie Verpackungen und Hygienefolien aus Biokunststoffen hergestellt, der Trend umfasse aber zunehmend auch Spritzgießteile. Der Verpackungshersteller möchte, dass die Biokunststoffe auf seinen herkömmlichen Anlagen laufen und auch mit Polyethylen vergleichbare Eigenschaften aufweisen – kein einfaches Ziel, das aber in Zusammenarbeit mit Fraunhofer gemeistert werden soll.

Aktuelles Beispiel ist die Herstellung von Bernsteinsäure aus nachwachsenden Rohstoffen. Diese wird durch einen biochemischen Prozess gewonnen und in einen Polyester oder ein Polyamid umgewandelt. Der Kunststoff ist vielversprechend und kann sogar in höheren Temperaturbereichen, beispielsweise in Motorinnenräumen, verwendet werden.

Forschungsbudgets werden anders gewichtet werden

Ein riesiges Reservoir an Rohstoffen wächst jeden Tag in der Natur nach. „Lassen wir uns von dieser Vielfalt inspirieren, neue Produkte jenseits des Erdöls zu erdenken und zu entwickeln“, so Dr. Kabasci.

Mit der Umstellung auf nachwachsende Rohstoffe wird sich auch die Ausbildung sowie die Gewichtung von Forschungsbudgets ändern. Im Bereich der Bildungspolitik will man in diesem Bereich Fach- und Führungskräfte fördern. Dadurch soll die Innovationskraft Deutschlands gestärkt werden. An der Fern-Universität Hagen gibt es bereits den Studiengang Umweltwissenschaften. Dieser vermittelt berufsbegleitend das notwendige Wissen aus mehr als zehn Fachgebieten und befähigt zu disziplinübergreifendem Denken und Handeln. Für Forschungen im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe werden in der EU lediglich 1,9 Mrd. Euro ausgegeben.

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