Grüne Logistik

Wege zum energieeffizienten Materialfluss

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Die richtige Lagerstrategie ist ein enormer Energiesparfaktor

Dann sollte eine Kategorisierung des Artikelstammes nach Auslagerhäufigkeit erfolgen: Je häufiger gewisse Artikel benötigt werden, umso näher sollten sie an den Kommissionierplätzen gelagert werden (ABC-Strategie). Eine Auswertung der Auslagerhäufigkeit der Artikel liefert die entsprechenden Daten. Bei nötigen Umlagerungen sollte die Lagerplatzvergabe so gewählt werden, dass möglichst kurze Wege entstehen.

Lagerplätze und Behälter sollten nicht willkürlich gemischt belegt werden. Dadurch wird das Aus- und Wiedereinlagern von Artikeln vermieden, die gar nicht benötigt werden. Vielmehr empfiehlt sich eine Setbildung, bei der zusammengehörige Artikel zusammen gelagert werden. So erfolgen Ein- und Auslagerung zusammen und ein Suchen nach zusammengehörigen Artikeln (Set) kann vermieden werden.

Es sollte zudem darauf geachtet werden, dass häufig benötigte Artikel nicht durch selten benötigte verdeckt werden. Dadurch verringert sich die Wahrscheinlichkeit im Wege stehender Behälter, was Umlagerungen zu vermeiden hilft.

Vorsortierung ein Ein- und Auslageraufträge ermöglicht mehr Energieeffizienz

Sinnvoll ist auch eine Vorsortierung der Ein- und Auslageraufträge nach Lagergassen. So können Artikel gassenweise ein- und ausgelagert werden. Da dabei mehrere Behälter zusammen transportiert werden, wird Fahrstrecke eingespart. Außerdem sollte kein Regalbediengerät leer in eine Gasse ein- oder aus ihr herausfahren, sondern immer einen Ein- mit einem Auslagervorgang verbinden.

Stromsparfunktionen finden sich auch zuhauf in den Bereichen Lagerplatzverwaltung (LOC) und Materialfluss-Controller (MFC). Letzterer zum Beispiel sollte die Gerätesteuerung bei längerem Nichtgebrauch in einen stromsparenden Stand-by-Modus versetzen.

Bei entsprechender Einstellung können bei der Vergabe von Fahraufträgen die Tarifzeiten – Hoch- und Niedertarif – berücksichtigt werden. Dementsprechend werden die Umlagerungen und Lageroptimierungen vorwiegend zu Niedertarifzeiten ausgeführt.

Beim Ein- und Auslagern Stromtarifzeiten beachten

Zu Niedertarifzeiten erfolgt auch das energieintensive Einlagern von Waren in die oberen und das Auslagern aus den tief gelegenen Palettenetagen und Behälterplätzen. Auslagerungen aus den hoch gelegenen Lagerplätzen hingegen werden während der Hochtarifzeiten getätigt, da beim Herunterfahren von Ware die Antriebe wie Generatoren wirken und Energie ins Netz zurückspeisen.

In vielen Fällen wird die bedarfsgerechte Vorgabe von Geschwindigkeit und Beschleunigung unterschätzt. Geräte sollten immer nur mit der Leistung betrieben werden, die tatsächlich benötigt wird.

Urs Grütter ist Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates der Stöcklin Logistik AG, 4143 Dornach 1 (Schweiz)

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