KEP-Dienste

Wenn Freunde das Paket ausliefern

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Apropos KEP: Hinter dem Projekt steht auch ein Partner. Das DHL Innovations Center des Logistikdienstleisters Deutsche Post DHL aus Bonn. Der gelbe Riese nahm die Idee sogar mit nach Shanghai auf die Expo 2010. Dort stellte das Unternehmen Bring-Buddy im Urban-Planet-Pavillon einem internationalen Publikum vor. Über den Feldversuch in Kopenhagen, den die Macher auf Kongressen ankündigten, wollte DHL nicht sprechen. Das Unternehmen verweigerte die Stellungnahme gegenüber diesem Magazin. Ist das Projekt doch zu gutgläubig angelegt?

Engländer fahren auf Bring Buddies ab

Kritiker monieren, dass solche Netzwerke noch nicht existieren. Die Antwort der Entwickler: Couchsurfing.org, wo Menschen weltweit Schlafplätze untereinander anbieten, funktioniere auch schon. Keiner der Nutzer habe dabei Angst, zu kurz zu kommen oder ausgeraubt zu werden, schreiben die Bring-Buddy-Erfinder in ihrem Blog.

Dass der Prophet im eigenen Land nicht viel gilt, bekamen auch schon andere Forscher zu spüren. Die Engländer scheinen auf die Buddies abzufahren. Der Projektsprecher Moritz Gekeler durfte das Teamkonzept auf der Fachkonferenz The well connected city im ehrwürdigen Imperial College präsentieren. Vor allem die soziale Komponente der Lösung gefiel dem Publikum.

Das ist wahrscheinlich auch die große Stärke des Ansatzes. Denn heute braucht niemand mehr vor die Tür zu gehen, um Lebensmittel oder Kleidung einzukaufen. Die Menschen schotten sich ab. Das Gespräch mit der Kassiererin oder in der Warteschlange vor der Kasse gehört (leider) der Vergangenheit an.

Persönliche Note des Zustellkonzepts begegnet anonymisierter Gesellschaft

Die Gesellschaft anonymisiert sich. Das Zustellkonzept trägt dieser Entwicklung Rechnung und gleicht das Defizit durch die persönliche Note aus. Vieleicht entstehen ja aus Bring-Buddies auch echte Buddies, Freunde, die sich nicht nur bei der Übergabe der Sendungen was zu sagen haben.

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