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KEP-Dienste Wenn Freunde das Paket ausliefern

Redakteur: Robert Weber

Mehr als sieben Milliarden Menschen leben seit wenigen Tagen auf der Erde. Megacitys wachsen und fressen sich ins Umland. Gleichzeitig summieren sich die Staus in den Innenstädten. Neue Citylogistikkonzepte sind deshalb gefragt. Eines setzt dabei auf digitale Freundschaften.

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Schnell ausgetauscht: Per Smartphone werden Daten zwischen Kurier und Empfänger übertragen. Dann wechselt das Paket den Besitzer. (Bild: Hasso-Plattner-Institut)
Schnell ausgetauscht: Per Smartphone werden Daten zwischen Kurier und Empfänger übertragen. Dann wechselt das Paket den Besitzer. (Bild: Hasso-Plattner-Institut)

Quizfrage: Was entsteht, wenn man einen Maschinenbauer, eine Kommunikationsforscherin, eine Sprachwissenschaftlerin, einen Städtebauer und einen Italianistikabsolventen zusammensteckt? Auf den ersten Blick vielleicht ein großes Missverständnis. Doch Pascal Gemmer, Sarah Weinknecht, Juliane Greiner, Adrian Rohde und Moritz Gekeler haben sich interdisziplinär nicht missverstanden und schufen an einem Nachmittag bei Kaffee und Keksen aus 82 Mio. Bundesbürgern Paketzusteller der Zukunft.

Die fünf Studenten des Hasso-Plattner-Instituts School of Design sind die Erfinder des Bring-Buddy-Konzepts, das eine Antwort auf Stau, Umweltbelastung und Vereinsamung in den Städten der Zukunft liefern will. Zeitsprung: Berlin im Jahr 2025. Die Innenstadt ist mittlerweile zum Großteil eine autofreie Zone geworden, denn die Umweltbelastungen durch Abgase (hauptsächlich Kohlendioxid) und Feinstaub stiegen trotz vereinzelter Elektromobile massiv an.

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Alternative Zustellkonzepte sind gefragt

Jeder Haushalt ist angehalten, nur noch 2 t Kohlendioxid zu emittieren. Eingekauft wird meistens nur noch online. Die Logistikdienstleister liefern die Produkte in die eigenen vier Wände. Doch stopp! Keine Autos in die Innenstadt bedeutet, kein Zulieferverkehr. Alternative Zustellkonzepte sind gefragt. Hier setzt das interdisziplinäre Studiteam an. Mit Bring-Buddy sollen die innerstädtischen Logistikprozesse in den natürlichen Fluss der Stadt eingegliedert werden, indem Nachbarn, Freunde und andere Nutzer der sozialen Netzwerke sich zu einem Social Web der Logistik zusammenschließen.

Die Teilnehmer bringen sich gegenseitig kleinere Sendungen wie Pakete, Päckchen oder Briefe mit. Gelbe Zustellfahrzeuge sieht man dann nur noch selten durch die Straßen fahren. Buddies huschen mit Paketen über die Fußgängerwege.

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