Während die EU-Kommission bis 2035 ein Ende des Verbrennungsmotors fordert, ist Linde Material Handling schon längst im E-Zeitalter angekommen. Auf ihrer Tour „Y/OUR WAY MASTERPIECES LIVE 2021“ in fünf Regionen Deutschlands zeigten die Aschaffenburger ihr neuestes „Meisterwerk“, die modulare Plattform 12XX mit dem ersten voll Outdoor-fähigen E-Stapler.
Berlin, Düsseldorf, Offenbach (hier entstand dieses Bild), Stuttgart und Bremen waren die Stationen der Roadshow, an denen Linde Material Handling seine neue modulare Staplerplattform „12XX“ den Händlern und Kunden vorgestellt hat.
(Bild: Maienschein)
Ein Elektrostapler, so leistungsstark wie das verbrennungsmotorische Pendant? Mit diesem Versprechen jedenfalls hatte man mich zur Vormittagsveranstaltung nach Offenbach gelockt. Als Gleichung sollte Folgendes gelten: E = V! Zunächst fing alles ganz normal an, wie bei derartigen Events üblich. „Wir bei Linde bieten den Dreiklang der Sicherheit: serienmäßige Sicherheitsfeatures, optionale Sicherheitsmerkmale und führende Assistenzsysteme“, hieß es beispielsweise von Martin Stadtmüller, Leiter Produktmanagement und Linde-Akademie Zentraleuropa. Oder auch: „Wir bei Linde sind ganzheitlicher Lösungsanbieter.“ So weit nichts Neues, das bekommen wir Journalisten bei jedem Konkurrenten 1:1 zu hören.
Das Beste aus zwei Welten
Hat Linde mit dem Veranstaltungstitel Masterpieces, also Meisterwerke, vielleicht übertrieben? Dabei hatte Stadtmüller dem Auditorium für diesen Tag „das Beste, was wir im Bereich Gabelstapler bisher entwickelt und auf den Markt gebracht haben,“ angekündigt. „Wir nennen das Ganze 12XX“, sagt der Moderator. „Mit dieser modularen Plattform haben wir wahnsinnig viele Möglichkeiten, die Fahrzeuge so zu gestalten, dass sie optimal zu Ihnen, zu Ihrem Prozess und zu Ihren Anforderungen passen“, so Stadtmüller weiter.
Das erste Fahrzeug der modularen Plattform ist der H35, in dem Fall ein Dieselstapler, den es natürlich auch in der Treibgasversion gibt – ein Allrounder für härteste Einsätze im Außenbereich, dessen Design von Porsche Industriedesign stammt. Die fünf Grundsteine, mit denen Linde seine Kunden vom Neuen überzeugen will, sind das Fahrgefühl, die Konnektivität, die Performance (womöglich der wichtigste), die Sicherheit und das Thema „Design to Service“. Letzteres bedeutet, dass alle Fahrzeuge der modularen Plattform für den Service optimiert sind. Beispiel Hydrauliköl: Bei 20.000 zugrunde gelegten Betriebsstunden soll ein Linde-Stapler gerade einmal 75 Liter Hydrauliköl gegenüber durchschnittlich 300 Litern beim Wettbewerb verbrauchen.
Wählen aus drei Stromervarianten
Stephan Rübhagen, der Produktmanager Li-Ion-Batterien/Energiesysteme aus Aschaffenburg, stellt als weitere Masterpieces die E-Stapler E20 bis E35 der 12XX-Baureihe vor, die auf den ersten Blick kaum vom Verbrenner zu unterscheiden sind. Rübhagen spricht von in der Höhe und tiefenverstellbaren Sitzen des Stromers, der Abkopplung von Stößen, was sehr wichtig für den Fahrer sei, und der Wendigkeit des Staplers – immerhin könne die Hinterachse bis zu 165 Grad eingeschlagen werden. Der einfache seitliche Batteriewechsel und die volle Flexibilität in der Energiespeicherauswahl machen die Sache rund: Blei-Säure-Batterie, Lithium-Ionen-Aggregat oder der Einsatz von Brennstoffzellen-Systemen lassen den Kunden die Qual der Wahl.
Meistert Bodenschweller und auch die Sprühnebelanlage im Außenbereich klaglos: der neue H25 – das erste Fahrzeug, das auf der modularen Plattform „12XX“ aufbaut.
(Bild: Maienschein)
Dann der Moment, auf den alle gewartet haben. Aus dem Off heißt es lautstark, dass es an der Zeit sei, mit den bestehenden Konventionen zu brechen – Schluss mit dem „Entweder-oder“! ... Nicht ganz so dramatisch, dafür aber mit überzeugenden Fakten unterlegt, macht es Christoph Mantel, der den neuen X20 bis X35 vorstellen darf. „Wir haben hier den neuen X, der beide Welten verbinden soll: die Stärke unserer Hydrostaten mit den Vorteilen der E-Stapler“, beschreibt Produktmanager und Servicetrainer Mantel den neuen Superstar. Lindes erster voll Outdoor-fähiger E-Stapler hat die gleichen großen Reifen aufgezogen wie der Hydrostat (es werden genauso Luftreifen eingesetzt) und das Gerät verfügt über denselben langen Radstand.
Schutzanzug für alle Bauteile
Wichtig ist die voll gekapselte Bauweise: Linde hat alle Aggregate und Wartungszugänge mit Dichtungen versehen, um den Eintritt von Staub, Schmutz und Feuchtigkeit zu verhindern, und schützt seine Arbeitsmaschine damit vor thermischer Überlastung (Kurzschluss). „Zusätzlich zu dieser thermischen Isolierung der Bauteile haben wir in diesem Fahrzeug noch ein Thermomanagement realisiert, über eine Wasserkühlung“, sagt Mantel. Ein System, das die elektrischen Leistungskomponenten mit Wasser kühlt. „Das heißt, auch in härtesten, in schmutzigsten Einsätzen, wenn die Achsen von außen mit Schmutz zugesetzt sind und keine Wärme mehr abgegeben werden kann, ist das diesem Fahrzeug völlig egal.“
Sowohl die E- als auch die X-Geräte verfügen über Synchron-Reluktanzmotoren (SRM), im X-Modell sind sogar noch zusätzliche Permanentmagnete im Läufer verbaut. Linde spricht hier von „SRM+“. Wenig verwunderlich, dass solch eine Arbeitsmaschine mit Lithium-Ionen-Technologie als Stromspeicher über eine schier grenzenlose Ausdauer verfügt. ■
Stand: 08.12.2025
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