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Der Logistiksektor steht durch den zunehmenden Ersatz des stationären Handels durch Online-Vertrieb vor einer Menge Herausforderungen. Logistikplaner werden Zwischenstufen und Lager eliminieren und damit die Logistik vor neue Aufgaben stellen. Dies insbesondere bezüglich der Pünktlichkeit und Geschwindigkeit als auch hinsichtlich der Kommissioniermengen je Lieferung und der daraus resultierenden hohen Anzahl an Lieferungen.
Der unmittelbare Vertrieb von Ersatzteilen an den privaten Konsumenten unterscheidet sich in vielen Punkten von dem an Großhändler und Werkstätten. Eine gemeinsame Lagerhaltung für die Bereiche Endkunde und Großkunde ist nur bedingt sinnvoll. Die Anzahl der Kundenkontakte, die Bestellmengen und die Größe der Verpackungseinheiten unterscheiden sich zu stark voneinander.
Die Lagerhaltung und Distribution wird daher für private Kunden getrennt von den gewerblichen Kunden abgewickelt. Dies wird zunehmend an 3PL- oder 4PL-Dienstleister übergeben. Allerdings schlagen etwa 40 bis 50% solcher Outsourcing-Projekte fehl. Häufig fehlt das Know-how zur Handhabung und zur Vergütung der externen Dienstleistungen. Angst vor Know-how- und Kontrollverlust über die Supply Chain überwiegen häufig bei solchen Entscheidungen. Wie viel Steuerungskompetenz muss im Unternehmen verbleiben? Wie sieht die Organisation aus? Und wie sind die Materialflüsse zu steuern? Logistikplaner werden zwangsläufig mit solchen Fragen konfrontiert.
Auswahl des Dienstleisters muss durchdacht sein
Um den Dienstleister zu finden, der die individuellen Anforderungen am besten erfüllt, bedarf es einer durchdachten Vorgehensweise zur Dienstleister-Auswahl. Häufig werden Ziele nicht richtig oder nicht eindeutig definiert. Neben den Kostenzielen werden wichtige Qualitätsziele vernachlässigt. Zudem sind die Kriterien zur Dienstleister-Auswahl unzureichend durchdacht und die gewünschten Leistungen nicht eindeutig geklärt. Klare und schriftlich vereinbarte Ziele sind bei Outsourcing-Projekten das A und O.
Die Vorgehensweise folgt einem fest definierten Ablauf: Auf Basis der zu überprüfenden Prozesse im Ist-Zustand werden Schwachstellen und Verbesserungspotenziale erarbeitet. Daraus leiten sich die Ziele ab, mit denen Fremdvergabeanteile definiert werden. Im Anschluss werden Erfolgs- und Risikofaktoren für das Projekt bewertet. Die Schnittstellen zum Logistikdienstleister sind detailliert festzulegen. Erst wenn die Aufgaben des Dienstleisters in der neuen Organisation definiert sind, ist die Ausschreibungsunterlage zu erstellen. Es folgt eine Vorauswahl potenzieller Logistikdienstleister. Nach einer Risiko- und Sensitivitätsanalyse wird die Ausschreibung der gewünschten logistischen Leistung mit drei bis sechs Dienstleistern durchgeführt.
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