Interview

Erstklassige Ingenieurarbeit und Funktionalität gefragt

| Autor: Bernd Maienschein

Quer durch die verschiedenen Endanwendergruppen ist die Modular Conveyor Platform (MCP) in EMEA und Asien für Interroll ein großer Erfolg.
Quer durch die verschiedenen Endanwendergruppen ist die Modular Conveyor Platform (MCP) in EMEA und Asien für Interroll ein großer Erfolg. (Bild: Interroll)

Täglich bewegen sich Millionen von Gütern auf der ganzen Welt über Interroll-Produkte, ohne dass es den meisten Menschen bewusst ist. Der Schweizer Fördertechnik-Hersteller, der für seine Produktgruppen Motoren und Antriebe (für Förderanlagen), Förderer und Sorter sowie Fließlager weltweit aufgestellt ist, setzt seine Wachstumsstrategie fort.

Wir sprachen mit Dr. Ralf Garlichs, Executive Vice President Products and Technology, unter anderem über neue Produkte wie die modulare Fördererplattform MCP und den magnetischen Geschwindigkeitsbegrenzer MSC 50.

Herr Dr. Garlichs, im Frühjahr 2014 ist Interroll mit seiner „Modular Conveyor Platform“ (MCP) in Europa an den Start gegangen. Nach gelungener Produkteinführung in Asien vor rund einem Jahr fokussieren Sie derzeit die Region Amerika. Wie geht es dort voran?

Garlichs: Die Modular Conveyor Platform (MCP) ist für uns in EMEA und Asien ein großer Erfolg. Quer durch die verschiedenen Endanwendergruppen der internen Logistik wie Post-, Express- und Paketdienste, Distributionszentren et cetera erfreuen wir uns einer starken Nachfrage. Der hohe technische Standard, den die MCP bietet, entspricht genau den Anforderungen in diesen Märkten, die auf erstklassige Ingenieurarbeit und Funktionalität setzen. Wir haben auch viele Anregungen von unseren Kunden zur weiteren Verbesserung der Plattform erhalten, die wir jetzt sukzessive in die Serie einfließen lassen. Dadurch sind wir in der Lage, auf der Basis von weltweiten Erfahrungen und Anforderungen unsere Plattform kontinuierlich weiterzuentwickeln. In Amerika legt der Kunde Wert auf robuste und große Systeme. Die Modular Conveyor Platform kann sich auch hier den individuellen Anforderungen bestens anpassen, eben weil sie modular ist. Klein und schlank geht genauso wie groß und mächtig. In diese Richtung entwickeln wir das Geschäft in Amerika. Dies ist vielleicht nicht ganz so einfach wie in Europa und Asien, aber es läuft vielversprechend.

Dr. Ralf Garlichs, Executive Vice President Products and Technology bei Interroll: „Die Modular Conveyor Platform (MCP) ist für uns in EMEA und Asien ein großer Erfolg.“
Dr. Ralf Garlichs, Executive Vice President Products and Technology bei Interroll: „Die Modular Conveyor Platform (MCP) ist für uns in EMEA und Asien ein großer Erfolg.“ (Bild: Interroll)

Die „Hardware“ der MCP kommt ja aus Ihrem Werk ins Sinsheim, die Steuerung dazu wird wohl im 20 Mitarbeiter starken „Interroll Research Center“ (IRC) in Baal entwickelt worden sein …?

Garlichs: Das Interroll Research Center betreibt ausschließlich anwendungsbezogene Forschung. Damit stehen wir mit beiden Beinen in der Wirklichkeit des Marktes sowie seiner Anforderungen und Chancen. Wir haben uns so aufgestellt, dass wir über die Kernkompetenz zu den einzelnen Feldern wie Hygiene, Lärmreduzierung oder neue Werkstoffe in unserem Forschungszentrum verfügen. Unsere Experten sind in der Lage, Themen wissenschaftlich auf Spitzenniveau zu entwickeln und mit den Partnern – Hochschulen, Institute, Unternehmen – auf Augenhöhe zu arbeiten. Die Steuerung für MCP haben wir beispielsweise mit einem externen Partner zusammen entwickelt. Wie eben beschrieben konnten wir dadurch die richtigen Kompetenzen für eine tolle Lösung zusammenbringen.

Stichwort IRC: Das „core development“ geschieht in Baal, aber wie klappt der weltweite Know-how-Transfer innerhalb der Gruppe in die „Centers of Excellence“ (CoE)?

Garlichs: Die Interroll Gruppe besteht aus einem Verbund von sieben global verantwortlichen Centers of Excellence (CoE), vier regionalen CoE und vier lokalen Fertigungen. Das Forschungszentrum der Gruppe versteht sich dabei als Servicepartner und Begleiter im Innovationsprozess. Dieser besteht aus fünf Phasen, den neue Produkte und Lösungen durchlaufen müssen. Ein Steuerungskreis mit Vertretern aus der Konzernleitung, den CoE, dem globalen Produktmanagement und dem Forschungszentrum überwacht diesen Prozess. Dabei spielt gerade das globale Produktmanagement eine wichtige Rolle als Innovationstreiber. Die Produktmanager sitzen an der Schnittstelle von CoE – also von Produktion, Vertrieb und Forschung. Durch diese Struktur stellen wir sicher, dass unsere Innovationen unseren Kunden neue Lösungen bieten und im Markt erfolgreich etabliert werden können. Know-how-Transfer ist für uns ein strukturierter und permanenter Prozess zur Ermittlung von Marktbedürfnissen und deren Umsetzung in die Entwicklung von Lösungen mit einem hohen Kundennutzen. Auch hier arbeiten wir an der kontinuierlichen Verbesserung unseres Innovationsprozesses, indem wir neue Methoden ausprobieren und im Erfolgsfall als Standards im Innovationsprozess integrieren.

Herr Dr. Garlichs, im April diesen Jahres hatte ich Gelegenheit, Ihren „Interroll Innovation Summit“ in Baal zu besuchen. Sie haben dort rund 13 Mio. Euro investiert. Ist der neue magnetische Geschwindigkeitsregler MSC 50 für Gefällerollenbahnen schon ein Ergebnis dieser Investition?

Garlichs: Der Magnetic Speed Controller 50 wurde im März dieses Jahres erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Seit der Messe Logimat verkauft sich dieses Produkt nahezu ungebremst, was uns sehr freut. Tatsächlich ist dieser Erfolg zum großen Teil ein Ergebnis der Forschungs- und Entwicklungsarbeit in Baal. Wir haben dort die Möglichkeit, den Lebenslauf eines solchen Produkts zu simulieren und dadurch die Qualität weiter zu verbessern. Umfangreiche Testmöglichkeiten erlauben es uns, in jeder Phase des Innovationsprozesses das Produkt noch besser zu machen. Oder eine Entwicklung auch zu stoppen oder zu verschieben. Der MSC 50 steht für das ideale Zusammenspiel in unserer Organisation: Das Center of Excellence für Förderrollen, das Center of Excellence für Technopolymerteile, die zentrale Forschung und Entwicklung, das Produktmanagement, der Vertrieb und letztlich das Konzernmanagement haben das Produkt über die einzelnen Phasen hinweg zum Erfolg geführt. Und der Kunde freut sich über das Ergebnis: Im Gewichtsbereich von 0,5 bis 35 kg ermöglicht die neue Technologie auf Gefällerollenbahnen einen verlässlichen Anlauf von leichten sowie gleichzeitig eine optimal kontrollierte Geschwindigkeit von schweren Fördergütern. Darüber hinaus lässt sie sich leicht installieren, nachrüsten und planen. Also Investitionssicherheit by Interroll!

Herr Dr. Garlichs, vielen Dank für das Gespräch!

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