Staplersicherheit

Fahrerassistenzsystem ist nachrüstbar

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Die Zahlen spiegeln nur einen kleinen Bereich der Intralogistik wider. In der betrieblichen Praxis ist für jede identifizierte Gefährdung eine Risikoeinschätzung vorzunehmen. Auf dieser Basis sind der Handlungsbedarf zur Risikominderung abzuleiten und Maßnahmen zu treffen. Zeitdruck, vernachlässigte Sicherheitsbestimmungen oder Personalmangel führen jedoch häufig zu Personen- und Sachschäden. Dabei sind 80 % der Unfälle in der Intralogistik vermeidbar.

Die tatsächliche Zahl der Sachschäden dürfte um ein vielfaches höher sein. Auch wenn die Unternehmen durch die Gefährdungsbeurteilung in den letzten Jahren deutlich nachgerüstet haben, wird das Risiko häufiger Alleinarbeit durch Staplerfahrer unterschätzt. Beim Gebrauch von Gabel- oder Teleskopstaplern sind oftmals Fahrten ohne Einweiser beim Rangieren zu beobachten.

Prävention im Fahrbetrieb

Die Unfallstatistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) zeichnet bei meldepflichtigen Unfällen mit Flurfördereinrichtungen ein ähnliches Bild. Demnach wurden im Jahr 2010 10.257 und 2011 sogar 30.928 Unfälle registriert. Als Grund werden Kontrollverlust über das Arbeitsgerät sowie der Umstand, von einem Gegenstand erfasst worden zu sein, angegeben. Todesfälle, 2011 kam es zu 13 Todesfällen, sind in erster Linie in Verbindung mit Staplern anzutreffen. Bei Betrachtung der Unfallhergänge zeigt sich, dass bei etwa einem Drittel der Verunfallte diesen selbst gefahren beziehungsweise geführt hat.

Die Sicherheitsausstattung von Staplern gilt mit Einhaltung der gesetzlichen Mindestanforderungen als erfüllt. Die Unfallverhütungsvorschrift „Flurförderzeuge“ (BGV D27) beinhaltet dabei jedoch nur Regelungen für den Betrieb und die Prüfung von Flurförderzeugen. Beschaffenheitsanforderungen regelt § 7 der Betriebssicherheitsverordnung. Das heißt, es müssen die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen nach Anhang 1, Punkt 3 – Zusätzliche Mindestvorschriften – der Betriebssicherheitsverordnung eingehalten werden.

Die Ausstattung mit einem akustischen Warnsignal beim Rückwärtsfahren ist keine generelle Pflicht, sollte jedoch bei Betrachtung des Unfallgeschehens in Erwägung gezogen werden. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die von betrieblicher Präventionsarbeit ausgehenden Wirkungen auf einzelwirtschaftlicher Ebene der Unternehmen insgesamt zu betriebswirtschaftlichen (Netto-)Vorteilen führen. Zur Klärung dieser Frage wurde eine Forschungsprojekt initiiert, um den „Return on Prevention“ zu ermitteln. Demnach wird der Einfluss des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den Unternehmensbereichen Produktion, Transport, Personaleinsatz und Lagerung am größten eingeschätzt.

Sicherheit neu modifiziert

Nach den Entwicklungen mobiler Personenschutzsysteme beziehungsweise mobiler Personenschutzanlagen für Flurförderzeuge im Schmalgang kommen aus der Sicherheitsforschung mit dem Nocoll weitere präventive Lösungen für die Intralogistik. Mit einem Aktionsradium von circa 5 m um das Stapler- oder Mitgängerfahrzeug und ständig durch Pich-Voice abgelenkt mit im Schnitt circa 56.000 oder mehr Hand-Picks (Waren mit der Hand aufnehmen) ist der Fahrer an einem Arbeitstag besonders hohen psychischen Belastungen und Stress ausgesetzt. Durch die Vielzahl gefahrenerhöhender Situationen, den Zeitdruck, den ständigen Stopp-and-Go-Betrieb und der Dimensionalität motorischer Aktivitäten (gleichzeitig mehrere Bewegungen in verschiedene Richtungen) steigt das Unfallrisiko. So fällt es zum Beispiel beim Rückwärtsfahren mit einem Gabelstapler schwer, gleichzeitig noch andere Steuerbewegungen auszuführen.

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