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Eine solche Ausgangssituation hat IFP Consulting zum Beispiel bei einem großen deutschen Systemlieferanten für Getriebe und Antriebsstränge vorgefunden. Die Analyse ergab, dass dort deutlich zu viele Stapler die unterschiedlichen Transporte ausführten.
Überfordertes Staplerleitsystem verzögert Materialfluss
Das Unternehmen verfügte zwar bereits über ein Staplerleitsystem, bei dem die einzelnen Fahrer per Knopfdruck von der jeweiligen Fertigungsstation über den jeweiligen Materialbedarf informiert wurden. Doch infolge gewachsener Anforderungen war das System an seine Grenzen gestoßen. Die Folge: Der Materialfluss wurde immer wieder unterbrochen oder verzögert.
IFP Consulting löste das Problem gemeinsam mit dem Kunden durch die Einführung eines Routenzuges mit festgelegten Fahrplänen. Dies führte zu einer schnellen Verbesserung der Situation: Im Rahmen getakteter Versorgungsprozesse transportiert der Routenzug heute vorkommissionierte Ladungsträger bedarfsgerecht an definierte Verbrauchsstellen (Bild 1).
Ein Fahrer versorgt dabei die Produktionsabschnitte und kommt ohne Stapler und Hubwagen aus (Bild 2 – siehe Bildergalerie). Dadurch sind insgesamt weniger Fahrzeuge im Fuhrpark, wodurch Einsparungen von über 20% bei Investitions- und Logistikkosten realisiert werden konnten.
Nahtlos integrierte Routenzüge sicherer als Staplerleitsysteme
Generell geht in größeren Fertigungsbetrieben der Trend immer mehr weg vom Staplerleitsystem hin zum Routenzug: Das liegt vor allem daran, dass dieser bei nahtloser Integration in die Produktionsabläufe zuverlässiger und sicherer als ein Staplerleitsystem ist – und auf Dauer auch kostengünstiger.
Ein weiterer Vorteil ist, dass sich dank klar definierter Transportrouten auch die Entsorgung der Behälter und des Verpackungsmülls nahtlos in den Routenzug integrieren lässt. Dadurch werden Leerfahrten praktisch ausgeschlossen und es herrscht insgesamt ein klar überschaubares Transportaufkommen.
Optimierter Materialfluss kann hohe Erfolge bringen
Materialflussoptimierungen sind komplex, aber für Unternehmen äußerst erfolgsrelevant (Bild 3). Durch die Visualisierung sämtlicher Arbeitsprozesse und die dadurch gewonnenen Erkenntnisse, was gut und schlecht läuft, können Unternehmen ihre Arbeitsproduktivität in den Kernproduktionsbereichen gezielt optimieren. Die Verringerung von Schnittstellen und die damit verbundene Verschlankung der Organisationsstrukturen ermöglicht insgesamt eine Verbesserung der kundenorientierten Flexibilität.
Dr. Robert Kuttler ist Geschäftsführer der IFP Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg Institut für Produktion und Logistik GmbH & Co. KG in 85748 Garching b. München
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