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So hat zum Beispiel die PSB Intralogistics GmbH in Pirmasens eine Anlage bei einem Solarzellenhersteller installiert. Dort, wie in über 95% aller Fälle, weden die Carobots, wie PSB seine Systeme nennt, im „Taxibetrieb“ eingesetzt. Dabei werden unterschiedlichste Quellen und Senken innerhalb einer Produktion oder eines komplexen Lagers im Pendelverkehr miteinander verbunden.
Die primären Anforderungen an einen automatisierten Materialfluss lassen sich kurz umreißen:
- Verkürzung der Durchlaufzeiten,
- Reduzierung von Beständen im Lager und in Produktionsbereichen sowie
- die Erhöhung der Flexibilität von Lager- und Fertigungsprozessen.
Kosten eines Fahrerlosen Transportsystems werden durch viele Faktoren bestimmt
Bleibt die Frage nach den Kosten. „Diese Frage kann seriös nicht eindeutig beantwortet werden“, sagt Hummenberger, „da der Preis je nach Anwendung und Aufgabenstellung durch viele Faktoren bestimmt wird.“ Solche Faktoren sind zum Beispiel der angestrebte Automatisierungsgrad, Art und Anzahl der benötigten FTS, deren Ausstattung sowie die Komplexität der Abläufe und des Layouts.
Ein einfacher Einstieg lässt sich laut Wolf-Peter Hoppe, Geschäftsführer der MLR System GmbH in Ludwigsburg, mit einer „Simple-Solution“-Lösung realisieren, die mit Einzelgeräten mit optischer oder induktiver Spurführung und ohne Leitrechner ab 30000 Euro zu haben ist. Nach oben ist die Investitionsgrenze offen.
Automatisierungslösungen sind auch in schwerer Zeit sinnvoll
Wo klare Aussagen schwer zu treffen sind, hilft oft die Statistik. Gemäß einer Erhebung der Universität Hannover unter europäischen Herstellern bewegt sich der pro Fahrzeug umgelegte Anlagenpreis in einem Bereich von 15000 bis 300000 Euro. Der Hauptanteil, etwa 60%, liegt hierbei zwischen 60000 und 150000 Euro.
Unter Zusatznutzen dürfte auch das heikle Thema Einsparung von Personalkosten fallen. Bei allen wirtschaftlichen und prozessrelevanten Argumenten, die für FTS sprechen, stellt sich die Frage nach deren sozialer Verträglichkeit. „Natürlich“, so Hummenberger, „bedeutet jede Art der Automation, dass manuelle Arbeit verloren geht. FTS sind da keine Ausnahme.“
Fahrerlose Transportsysteme kämpfen gegen Jobkiller-Image
Als Jobkiller lassen die Hersteller ihre FTS aber nicht gelten. Einerseits verweisen sie darauf, dass die Systeme oft dort eingesetzt werden, wo die Umgebungsbedingungen oder die Handlingaufgaben den Einsatz konventioneller Stapler erschweren oder gar verhindern. Andererseits, so Hoppe, erfordere der FTS-Einsatz einfach andere Qualifikationen: „Im Zuge der steigenden Automatisierung entfallen Arbeitsplätze mit geringeren Qualifikationen, aber es entstehen auch neue Arbeitsplätze für gut ausgebildete Fachkräfte.“
Leichter fällt da die Diskussion um Rationalisierungspotenziale. FTS, so Volker Welsch, Vertriebsleiter bei PSB, leisteten einen wichtigen Beitrag zur Standort- und damit auch zur Arbeitsplatzsicherung: „Unternehmen, die ein FTS installiert haben, sind meistens bestens am Markt aufgestellt, weil sie sich rechtzeitig über wirtschaftliche Investitionen Gedanken gemacht und sinnvoll automatisiert haben.“ Wenn sich ein Unternehmen diesen Entwicklungen entzieht, mahnt Welsch, verschlafe es in der Regel den Markt, werde mittelfristig dafür bestraft und vom Markt verschwinden.
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