Fördertechnik

Generalunternehmer muss die richtige Chemie finden

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Die Transportaufträge werden von der Server-Datenbank des ERP- und Lagerverwaltungssystems von Polo via Datenbankkopplung an die Gebhardt-Systemsteuerungen übertragen und von dort auch wieder zum Polo-System zurück quittiert. Eine Anlagenüberwachung mit Visualisierung und ein Hotline-Support sichern die hohe Verfügbarkeit der Anlage.

Weiche Faktoren gewinnen zunehmend an Relevanz

Doch außer den technischen Lösungen eines Projekts tragen nicht zuletzt auch sogenannte weiche Faktoren zu dessen erfolgreicher Umsetzung bei. „Mit Gebhardt verbindet uns eine ähnliche Unternehmensphilosophie“, so M. Steffens. Als eigentümergeführtes mittelständisches Unternehmen handele jeder eigenverantwortlich für das Ganze, kenne und könne, was er sagt, und verspreche nicht mehr, als letztlich auch realisierbar ist.

„Und wie Gebhardt“, fährt der Logistikleiter fort, „verzichten wir eher auf ein Geschäft, wenn es nicht unseren hohen Qualitätsstandards entspricht.“ So habe es Polo sehr imponiert, wie innovative Lösungen mit fachlicher Selbstüberzeugung argumentiert wurden – gegen gängige Preisvorstellungen und Standardlösungen und auch auf die Gefahr hin, aus Prinzipientreue einen Auftrag zu verlieren.

Steffens: „Wir denken beide in nachhaltigen Entwicklungen für Investitionen und Mitarbeiter. Wobei die Mitarbeiter unser wichtigstes Potenzial für die hohe Leistungsfähigkeit bilden. Und die wollen wir schon gar nicht durch Wegrationalisierung verlieren. Wir haben den Mitarbeitern die Ziele der neuen Lagerlogistik verdeutlicht, nämlich Qualitätszuwachs bei der schnellen und sicheren Belieferung der Kunden an humanisierten Arbeitsplätzen: leise Fördertechnik, kurze Wege, ergonomisches Handling, helles Arbeitsumfeld und arbeitsgerechte Temperaturen. Die Mitarbeiter danken es mit einem nicht messbaren Krankenstand und kaum messbaren Diebstählen – obwohl hier attraktive Produkte im Wert von 100 Mio. Euro lagern.“

Kundenziele verstehen und dann innovativ realisieren

Gebhardt hat seine Aufgabe bei Polo erfüllt. Die gesetzten Termine wurden genau eingehalten. Dabei hätten die Gebhardt-Mitarbeiter große Anpassungs- und Leistungsfähigkeit gezeigt, lobt Steffens. Durch Verzögerungen bei den Baugewerken gingen gleich zu Anfang vier Wochen verloren.

Und auch hierbei bewährten sich die bereits erwähnten weichen Einflussfaktoren. Denn der Mensch ist eine der wichtigsten Ressourcen für nachhaltige Erfolge. Wie engagiert ist er, wie verantwortlich zeigt er sich und wie offen ist er für neues Denken in technischen Dimensionen? Kurz: Welcher Geist herrscht in der Belegschaft des Unternehmens?

Um dies abzuspüren, sollten sich die potenziellen Vertragspartner schon während der Angebotsphase persönlich kennen lernen. „Das lief anfangs weder für uns noch für Gebhardt ganz glatt“, erinnert sich Steffens, „Gebhardt musste uns immer wieder von seinen intelligenten Lösungen überzeugen – auch wenn diese zunächst teuerer erschienen. Aber da hat dann auch unsere erfahrene Lagermannschaft ihre Ideen einfließen lassen.“

So konnte dann auch das Gesamtsystem nach dem Umzug problemlos über- und in Betrieb genommen werden: „Die Kollegen wussten vom ersten Tag an, was auf sie zukommt, weil alle mitentwickelt haben,“ so Steffens. „Für die komplette Umsiedlung unserer Logistik aus zuvor drei Standorten brauchten wir nur fünf Tage und Nächte. Fast 300 Lastzüge kamen hier angedonnert. Am siebten Tag haben wir das erste Mal kommissioniert und am achten hatten wir schon jeden unserer fast 100 Shops einmal beliefert – und zwar völlig ohne Einschränkungen.“

Gerhard Sauer ist freier Fachjournalist in 37073 Göttingen.

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