Restrukturierung nach Plan

Gut organisierte Workshops sind Basis einer effizienten Produktionslogistik

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Bei der Idealplanung wurde zunächst ein Groblayout zur Umsetzung der Struktur erarbeitet, bei dem sämtliche Restriktionen, zum Beispiel durch das Gebäude oder technische Anforderungen seitens der Betriebsmittel, unberücksichtigt bleiben. Das Ideallayout stellt somit eine weitgehend optimale Lösung dar, basierend auf den funktionalen Erfordernissen des Produktionsprozesses. Gleichzeitig bietet das Ideallayout einen objektiven Maßstab zur Bewertung der sich anschließenden Reallayout-Planung.

Materialfluss beim Layout klar strukturiert

Neben einem klar strukturierten Materialfluss wurde bei MFL besonders darauf geachtet, dass ausreichend definierte Abstellflächen für das Fertigungsmaterial vorgesehen wurden, um den Suchaufwand dafür zu verringern. Bei der folgenden Reallayoutplanung wurde das Ideallayout dann schrittweise an die räumlichen und technischen Restriktionen angepasst.

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Im Rahmen der Reallayoutplanung wurden vom Projektteam bei MFL drei Reallayoutvarianten entwickelt. Anhand einer Nutzwertanalyse wurden dann sowohl das Ideallayout als auch die Reallayoutvarianten bewertet. Durch eine Bewertung und den Vergleich mit dem Ideallayout werden die Vor- und Nachteile der Reallayoutvarianten deutlich, so dass eine Vorzugsvariante ausgewählt werden kann. Die Bewertungskriterien dabei waren:

  • die Struktur des Materialflusses,
  • die Transparenz der definierten Verantwortungsbereiche,
  • die Anordnung zentraler Bereiche wie des Werkzeuglagers,
  • das Arbeitsumfeld,
  • die Flächennutzung und
  • die Flexibilität der Layoutvariante im Hinblick auf zukünftige Änderungen der Strukturbereiche.

Die ausgewählte Vorzugsvariante wurde in einer weiteren Detaillierungsstufe ausgeplant. Das dabei entstandene Feinlayout bildete eine wesentliche Grundlage für die reale Umsetzung des Planungsprozesses.

Restrukturierungen bieten großes Verbesserungspotenzial für den Materialfluss

Wie das vorgestellte Projekt zeigt, bieten die Restrukturierung, Erweiterung oder auch Neuplanung einer Fabrik oder von Fabrikbereichen ein großes Potenzial zur Verbesserung der Abläufe in Produktionsbereichen. Wichtig ist hierbei jedoch eine systematische Vorgehensweise. Daher unterstützte das IPH die Maschinen- und Formenbau Leinetal GmbH bei ihrem Erweiterungsprojekt, um eben diese Potenziale ausschöpfen zu können.

Nach der Umsetzung ist bei MFL zum Beispiel der Suchaufwand für Fertigungsmaterial gesunken, aber auch die Sichtbereiche zwischen den Arbeitsplätzen konnten verbessert werden. Zudem wurden durch die Erweiterung die Strukturbereiche so entzerrt, dass auch die Belastungen für die Mitarbeiter wie Lärm und Geruch verringert werden konnten.

Im Ergebnis konnte mit dem Erweiterungskonzept nicht nur die Transparenz über die Verantwortungsbereiche, das Arbeitsumfeld und die logistische Leistung verbessert werden: Auch die Kunden honorieren die erhöhte Leistungsfähigkeit der neuen Struktur mit zusätzlichen Aufträgen.

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Frauke Hertrampf ist Projektingenieurin in der Abteilung Logistik des Instituts für integrierte Produktion Hannover gGmbH (IPH) in 30419 Hannover.

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