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Industrie 4.0 – letzte Chance für RFID?

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Die Intralogistik sorgt dafür, dass sich die Fertigungslinie dynamisch anpasst. Das führt dann sogar so weit, dass manche Unternehmer sogar wieder über Losgröße 1 phantasieren. Das Szenario ist nachvollziehbar und hört sich einfach an, doch in der Intralogistikwelt ist Industrie 4.0 noch vielen Akteuren ein Fremdwort. Auf der Logimat ergab eine Stichprobe dieses Magazins unter den Ausstellern und Besuchern, dass nur eine Minderheit die Entwicklungen der vierten industriellen Revolution aus der Produktion auf die Logistik übertragen kann.

RFID-Schmieden wittern Morgenluft

„Das Thema ist produktionslastig, aber in den Beratungen haben wir immer auch mit Logistikern zu tun“, weiß Nicklas. Sie forscht aktuell zusammen mit der Götting KG zu intelligenten FTS. Diese feiern mit Industrie 4.0 ein spätes Revival, das den Durchbruch bringen könnte. Klassische Staplerbauer haben das Konzept der fahrerlosen Systeme auch wieder entdeckt. Jungheinrich präsentierte beispielsweise jüngst der Öffentlichkeit den Auto Pallet Mover – ein neues FTS.

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Doch nicht nur FTS-Anbieter dürfen sich freuen. Auch die RFID-Schmieden wittern seit Monaten Morgenluft. „RFID kann Produkte intelligent machen. Die Möglichkeiten des Barcodes sind begrenzt“, meint Dr. Wolfgang Kern vom IT Dienstleister Atos und Leiter der Innovationsschmiede C-LAB. In der Branche munkeln manche: Vielleicht ist die Industrie 4.0 die letzte Chance der RFID-Technik, denn ein flächendeckender Einsatz der Chips lässt auf sich warten.

Vom Leiterplattenbauer bis zum Keilriemenhersteller – alle Industrien könnten zukünftig ihre Produkte mit Intelligenz ausstatten. RFID-gechippte Teilprodukte schlagen zukünftig den Bogen zwischen Intra- und Extralogistik, denn Produkte und Produktion sollen in der Industrie-4.0-Philosophie clever, mitdenkend, werden.

Die Palette für die vierte industrielle Revolution kommt auf den Markt

Das hat sich die European Pallet Association e.V. (EPAL) anscheinend zu Herzen genommen und bringt nach Entwicklungsarbeit und Unterstützung von Felix Schoeller Supply Chain Technologies (FST) die RFID-fähigen EPAL-Europaletten in Umlauf. Die Paletten sollen noch im laufenden Jahr Serienreife erlangen, heißt es in der Verpackungspresse. Mit diesem Schritt reagiere die EPAL auf die wachsende Nachfrage nach rückverfolgbaren, intelligenten Ladungsträgern.

Zudem könne der Lebenslauf einer Palette künftig über die Erfassung der Ereignisse elektronisch nachvollzogen werden – zusammengefasst: Die Palette für Industrie 4.0 ist geboren. „Die Entwicklung pusht auch die Technik.

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