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Identifikation Industrie 4.0 – letzte Chance für RFID?

| Redakteur: Robert Weber

Die RFID-Technik wurde vor einigen Jahren in den Himmel gelobt. Mittlerweile ist Ernüchterung eingetreten. Identifikationsprojekte existierten zwar, doch die großen Träume sind weitgehend zerplatzt. Der Silberstreif am Horizont könnte die vierte industrielle Revolution sein.

Klein, aber oho: Die RFID-Technik erlebt dank Industrie 4.0 einen Aufschwung.
Klein, aber oho: Die RFID-Technik erlebt dank Industrie 4.0 einen Aufschwung.
(Bild: Maschinenjunge unter CC BY-SA 3.0-Lizenz, wikimedia)

Vielleicht waren die Damen und Herren vom Handelskonzern Metro damals ihrer Zeit voraus. Der intelligente Joghurtbecher mit RFID-Chip ging vielen dann doch zu weit und vor allem die Kosten bremsten das Projekt der Düsseldorfer wohl aus.

Einige Jahre später diskutiert nicht mehr nur der Handel über intelligente Produkte, sondern eine Vielzahl von Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie setzt auf Intelligenz in der Produktion und den Prozessen. Industrie 4.0 heißt das Zauberwort, das manchen Unternehmern aber noch schlaflose Nächte bereiten wird. Die RFID-Anbieter profitieren schon jetzt.

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Macht die Fabriktore auf, lasst Informationen fließen!

„Die großen Unternehmen pushen Industrie 4.0 und die Mittelständler werden nachziehen müssen“, ist sich Prof. Dr. Daniela Nicklas vom OFFIS – Institut für Informatik aus Oldenburg sicher. Zu Deutsch: Macht die Fabriktore auf, lasst Informationen fließen und sorgt endlich für Transparenz und Vernetzung, sonst können die mittelständischen Unternehmen den neuen Takt der Industrie nicht mehr halten.

Die Informatikerin beschäftigt sich immer wieder mit neuen Entwicklungen rund um die smart factory und Industrie 4.0 und prophezeit einen Wandel in den Prozessen. Echtzeitoptimierte Wertschöpfungsnetze ersetzen mittelfristig die klassischen Wertschöpfungsketten mit ihren Puffern, so ihre These. Der theoretische Unterbau ist die Annahme, der wandlungsfähigen und anpassungsbereiten Produktion. Will heißen: Die Roboter, Spritzguss- und Werkzeugmaschinen kommunizieren untereinander und mit der Fördertechnik, dem fahrerlosen Transportsystem (FTS) oder dem Behälter und agieren so autonom – intelligent ohne übergeordnetes Leitsystem.

An RFID in der Verpackung kommen nur wenige vorbei

In Zukunft löst die Maschine selber einen Nachschubbefehl an das Lager aus und die Shuttles unterhalten sich mit den vorhandenen Behältern auf der Fördertechnik, ob einer von ihnen noch Rohmaterialien hortet und diese ausliefern kann. Meldet der Ladungsträger ein Nein zurück, lagert das Shuttle die benötigten Waren aus und informiert die Fördertechnik oder das FTS über den Auftrag.

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