Anbieter zum Thema
So legte die DCA bereits Ende 2002 mit der Ausschreibung der Kurven für T3 die härtesten Anforderungen fest, die Gurtkurven je zu erfüllen hatten. Einen wesentlichen Anteil nahm dabei die Beständigkeit und Funktionssicherheit vor dem Hintergrund der besonderen klimatischen Faktoren ein.
XXL-Gurtkurven fürs Jumbo-Gepäck
Die konsequente Kundenorientierung des Airports hatte auch zu einer besonders hohen Toleranzgrenze bei der Fluggepäck-Mitnahme geführt. Während auf den meisten Airports der Welt das Limit pro Gepäckstück bei rund 30 kg liegt, können Reisende in Dubai am Check-In-Schalter auch 50 kg auf das 1000 mm breite Gepäckband – weltweit üblich sind 600 mm – stellen.
Auch bei den Gepäck-Abmessungen ist man großzügig: Praktisch geht alles mit, was eine Person noch bewegen kann. Für die Dimensionierung der Gurtkurven bedeutete dies XXL-Maße und –Tragkraft: mindestens 1200 mm Durchlassbreite gegenüber den international üblichen 1000 mm sowie eine deutliche Erhöhung der Gewichtsbelastung.
Hintergründe hierfür sind zum großen Teil der in den Vereinigten Arabischen Emiraten traditionell große Anteil pendelnder Gastarbeiter, beispielsweise aus Indien und Pakistan, die ein erhebliches Warenspektrum exportieren. Und natürlich die vielen Reisenden aus aller Welt, die im renommierten Einkaufsparadies in den ebenso luxuriös wie märchenhaften und obendrein äußerst angenehmen klimatisierten Malls ihrer Shopping-Leidenschaft frönen.
Gepäckförderanlage muss zu fast 100% verfügbar sein
Nicht zuletzt wurde für die Wüstenkurve auch ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit bei einer Verfügbarkeit von fast 100% festgeschrieben.
Diesem Punkt kommt keine geringe Bedeutung zu, wenn man weiß, dass die exakte Einhaltung der Flugpläne faktisch ein Markenzeichen der in Dubai beheimateten „Emirates“ darstellt. So kommen Abflugverzögerung wegen fehlender Gepäckstücke keinesfalls in Frage.
Hinzu kommen kurze Gepäcktransferzeiten für Anschlussflüge. Der Ausfall einer Gurtkurve zur Hauptverkehrszeit könnte trotz vorhandener Redundanzen bereits für Turbulenzen am Boden sorgen.
Nachdem nun die Anforderungen an die T3-Kurven theoretisch definiert waren, ging die DCA den entscheidenden Schritt weiter: Ein Test-Loop unter Wüsten-Bedingungen mit den Kurven von Transnorm.
Gurtkurven ein Jahr unter Extrembedingungen im Test-Loop
Kilometerweit von den Terminals entfernt wurde im Jahr 2004 in einer einfachen Wellblech-Lagerhalle dieser Test-Loop mit fünf exakt an die Normen der Ausschreibung angepassten Transnorm-Kurven für rund ein Jahr unter Extrem-Bedingungen in Dauerfunktion betrieben.
Die Test-Situation entsprach exakt der Praxis: Gepäckstücke mit einem Gewicht von 55 bis 70 kg wurden im 24/7- und auch im Stop-and-go-Betrieb gefördert. Wüstenwinde wie der Schemal brachten Sand und Staub aus West und Süd, aus Nord und Ost dagegen wehten salzhaltige Seewinde vom nur 8 km entfernten Persischen Golf. Nicht selten lagen die Mittagstemperaturen am Test-Loop bei 50 °C, während sie nachts auf nahe 0 °C sanken und zu Kondensationseffekten führten.
(ID:329124)