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Beschaffung

Qualität wird beim China-Einkauf oberste Priorität

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„Schnell und flexibel, wenn auch nicht unbedingt der Beste“, verriet Barbara Scharrer, Anwältin bei Scharrer Rechtsanwälte, das Erfolgsgeheimnis der chinesischen Manager. Für sie seien Europa und die USA keine Vorbilder mehr, die deutschen Unternehmen müssten entsprechend auch ihre Asienstrategie anpassen.

Einkäufer in China vor massiv veränderten Rahmenbedingungen

Die Einkäufer in Deutschland müssen sich laut Scharrer auf massiv veränderte Rahmenbedingungen einstellen, sowohl bei den chinesischen Lieferanten als auch bei den Sourcing-Strukturen ausländischer Unternehmen. Die chinesischen Lieferanten hätten nicht nur mit massiven Lohnsteigerungen zu kämpfen, sondern auch mit einem Mangel an günstigen Arbeitskräften, Fabrikschließungen und -verlagerungen sowie Engpässen bei der Energieversorgung.

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Hinzu komme ein neues Selbstbewusstsein der Zulieferer. „Die chinesischen Lieferanten wissen, dass nur sie die erforderlichen Volumina liefern können“, sagte Scharrer. Die Einkäufer müssten sich in dieser Situation flexibler zeigen, ihr Risikomanagement ausweiten und die Zahl der Lieferanten erhöhen.

Einkauf in einzelnen Regionen Chinas kann sich lohnen

Für kleinere Unternehmen kann es sich lohnen, in China nur in einer Region einzukaufen. „Für das ganze Land sind wir zu klein“, sagte Christian Bartels, Einkaufsleiter der Vieler International GmbH in Iserlohn. Er kauft für den Anbieter von Beschlägen, Sanitärausstattungen und Einrichtungssystemen seine Vorprodukte aus Edelstahl bevorzugt im Süden Chinas ein.

Doch auch innerhalb dieser kleineren Region gebe es Unterschiede bis 30% für ein und dasselbe Vorprodukt, wie er am Beispiel eines Edelstahlrohres erläuterte. „Shanghai und Ningbo sind etwas teurer als andere Regionen“, fügte Bartels hinzu.

Große Qualitätsunterschiede zwischen den Anbietern in China

Ein Grund seien große Qualitätsunterschiede zwischen den Anbietern. „Qualitätskontrollen müssen unbedingt durchgeführt werden“, mahnte Bartels, „wenn Sie auf die Qualität nicht achten, bekommen Sie nach ein bis zwei Jahren die Quittung.“ Ein 3.1B-Zeugnis könne zwar helfen, sei aber keine Garantie.

Deshalb müsse man sich jeden Lieferanten genau betrachten und auch um das Gebäude herumgehen oder in die Hinterhöfe schauen. Zudem müssten Einkäufer die reinen Händler aussortieren. „Wir hatten in China mehrere Händler, die uns ein und dasselbe Werk gezeigt haben“, berichtete Bartels.

Einkauf in China lieber vorsichtig kalkulieren

Bei der Kalkulation, ob sich ein Einkauf in China lohne, sollte man zudem eher kaufmännische Vorsicht walten lassen und nicht mit Einsparungen glänzen wollen. „Wenn Sie die Einsparungen vergleichen, sollten Sie auch Reisekosten und Nacharbeiten kalkulieren, und wenn es nur eine grobe Schätzung ist“, empfahl er.

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