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Containertransport

Seilbahn für Hochseecontainer

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Wie teuer die 200 m lange Seilbahnstrecke werden könnte, wollen die Forscher nicht verraten. Sie sprechen lieber über die Technik und die Zukunft. Die Ideen der Wissenschaftler für das Terminal sind beeindruckend. Gegenwärtig werden die Leercontainer noch mit einem Multitrailer vom Stammterminal über die Straße in ein etwa 3 km entfernt liegendes Depot gefahren. Mit der Seilbahn gleiten die 20 bis 40 Fuß großen Standardcontainer zukünftig lediglich 200 m durch die Lüfte. Wie — diese Frage stellte sich auch das Projektteam. Gemeinsam mit den Seilbahnspezialisten von Doppelmayr erarbeitete das Projektteam mehrere Szenarien.

Automatisierte Beschickung der Standseilbahn

Zur Auswahl stand eine Luftseilbahn, wie man sie aus den Alpen kennt, mit Gondel und riesigen Stützpfeilern, und eine Standseilbahn. Diese letztere Lösung beruht auf einer Brückenkonstruktion und die Container werden mit einem Stahlseil, das über eine Seilscheibe am Ende des Schienensystems geführt wird, gezogen. Der große Vorteil: Auf hohe Masten für die Luftseilbahn könnten die Bauherren damit verzichten. Und das wäre gut, denn der Untergrund im Hafen wäre zu weich für die schweren Pfeiler und die Kosten für deren Installation deshalb wohl zu hoch.

Ganz ohne Masten geht es aber nicht, denn die Seilbahn müsste eine öffentliche Straße sowie Schienenstränge der Hafenbahn queren. Sicherheit steht deshalb an oberster Stelle. Das Hamburger Seilbahngesetz, im Internet verspottet, liefert keine Vorgaben, denn es ist auf den Personentransport ausgelegt. Dass eine Seilbahn Container von A nach B transportiert, daran hatte wohl kein Gesetzgeber gedacht; Seilbahngesetz hin oder her.

Rund 60 Einheiten pro Stunde sollen in beide Richtungen vom Terminal zum Leerdepot und wieder zurück transportiert werden, und das im 24-h-Betrieb. Eine hohe Verfügbarkeit und wenige Wartungen sind, wie bei jedem Projekt, wichtige Kriterien für die Standseilbahn. „Unser Partner will auch die Beschickung der Seilbahn automatisieren,“ ergänzt Pallasch.

Auch Vollcontainer sollten mit der Seilbahn fahren

Die vollautomatisierte Aufnahme- und Abnahmestation der Leercontainer bedienen dann wohl Straddle-Carrier oder Reach-Stracker. Puffervorrichtungen, welche die Container in der vorgegebenen Taktzeit bereithalten und die Bahn von der Arbeitsgeschwindigkeit der Straddle-Carrier und Reach-Stracker entkoppelt, stehen ebenfalls im Pflichtenheft.

Die Lösung: Die Container werden auf der Pufferstrecke per separat angesteuerten Förderelementen aus dem Puffer zum nächsten freien Platz des Querförderers transportiert. Momentan sieht die Planung 20- und 40-Fuß-Container vor. Wünschenswert wäre sicherlich auch ein Transport von Vollcontainern. Die technische Lösung und die Idee von der Seilbahn im Flachland überzeugt. „Das Projekt ist weltweit einmalig. Es existieren manuelle Lösungen, aber ein vollautomatischer Betrieb ist etwas ganz Neues“, unterstreicht die Forscherin noch einmal die Bedeutung der Seilbahn.

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