Seilroboter
Palettieren jenseits der Armlänge

Ein Gastbeitrag von Dr. Roland Boumann 3 min Lesedauer

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Moderne Intralogistik verlangt Flexibilität, große Arbeitsräume und immer mehr Sortiervorgänge. Klassische Palettierroboter geraten dabei an ihre Grenzen: begrenzte Reichweite, wenige Palettenplätze und häufige Palettenwechsel, vor allem bei gemischten Sortimenten. Seilroboter setzen genau hier an. Mit einem frei skalierbaren Arbeitsraum machen sie Anwendungen wirtschaftlich, die bisher kaum oder gar nicht zu automatisieren waren.

Seilroboter für die Palettierung nach der Containerentladung. Das System bedient viele Zielpalettenplätze und ermöglicht die Palettierung und Sortierung in einem Arbeitsschritt.(Bild:  Red Cable Robots)
Seilroboter für die Palettierung nach der Containerentladung. Das System bedient viele Zielpalettenplätze und ermöglicht die Palettierung und Sortierung in einem Arbeitsschritt.
(Bild: Red Cable Robots)

Ein Seilroboter besteht im Kern aus einer Plattform, die ein handelsübliches Robotikwerkzeug trägt und an mehreren Seilen hängt. Die Seile laufen über Umlenkrollen zu Winden und Motoren. Durch das koordinierte Auf- und Abwickeln bewegt sich die Plattform präzise und dynamisch in alle Richtungen und verfügt über sechs Freiheitsgrade inklusive einer Drehung um die Hochachse für das lagerichtige Absetzen. Als Werkzeug lässt sich nahezu jeder marktübliche Vakuum- oder Klemmgreifer einsetzen. Entscheidend ist dabei ein einfaches Prinzip: Der nutzbare Arbeitsraum wird nicht durch die Länge eines Roboterarms begrenzt, sondern durch den Rahmen, in dem die Seile aufgespannt sind.

Dieser Rahmen lässt sich weitgehend frei dimensionieren und reicht von wenigen Metern Kantenlänge bis in den Bereich von gut 20 Metern.