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Ergonomie

Technik löst Probleme alternder Belegschaften

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„Das werden wir in Europa nicht tun. Wir werden die Mitarbeiter bei uns an Bord behalten. Deshalb haben wir uns hier schon vorher Gedanken gemacht, wie wir ein alternsgerechtes Produktionssystem aufsetzen können“, so Hauk.

BMW-Belegschaft einem künstlichen Alterungsprozess unterworfen

BMW verfolgt dabei einen interessanten Ansatz: In seinem bereits 2004 gestarteten Programm „Heute für morgen“ ging der Automobilbauer der Frage nach, wie die Arbeitsfähigkeit der Belegschaft erhalten bleiben kann. Aus ersten Annäherungen an die Thematik heraus, beispielsweise durch die Einführung der Altersteilzeit, wurde 2007 ein Pilot gestartet. Darin hat BMW die Belegschaftsstruktur der Mitarbeiter künstlich altern lassen. „Wir haben genau die Belegschaftsstruktur zusammengestellt, wie sie im Jahr 2017 sein wird“, erklärt Hauk den Prozess.

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In der Flächenentfaltung wurden inzwischen über 100 Produktionsbereiche mit dem „Heute-für-morgen“-Programm konfrontiert. Hauk ist dort nicht nur in die klassischen Bereiche gegangen, also etwa Rohbau, Fertigung und Montage, sondern auch in die BMW-Niederlassungen, in deren Werkstätten teilweise ganz andere Herausforderungen an die Mitarbeiter bestehen.

Demografiefeste Produktion ist kostengünstig machbar

Der Altersschnitt in der Achsgetriebefertigung, normalerweise um die 39 Jahre, wurde künstlich auf 47 Jahre erhöht. „Am Anfang wurde das „Rentnerbandl“ noch verspottet“, erinnert sich Hauk. Bei Projektende waren alle Mitarbeiter aber extrem stolz darauf, dabei gewesen zu sein.

Im „Produktionssystem 2017“ hat sich BMW den Aspekten Ergonomie, Arbeitsstrukturen, Arbeitszeitgestaltung, Gesundheit und Prävention sowie der Führung gewidmet. Dabei hat sich laut Hauk herausgestellt, dass die Idee, eine demografiefeste Produktion darzustellen, gar nicht so teuer ist. Wichtig sei, dass man die Mitarbeiter ins Boot hole.

Als Folge des „Heute-für-morgen“-Programms bei der bayerischen Premiummarke haben sich aus banalen ergonomischen Arbeitsplatzanalysen konkrete Maßnahmen ergeben. „Das beginnt damit, dass wir Sitzmöglichkeiten eingerichtet haben, um die Rotation aus Stehen, Sitzen und Gehen besser hinzubekommen“, erklärt Hauk. Besonders gut bei der Belegschaft angekommen sei die Einführung eines neuen Sicherheitsschuhs, verbunden mit der Umrüstung auf einen Holzboden. „Man kann sich gut darauf drehen, das federt schön, aber man hat keine Belastung auf den Knien.“

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