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In Anbetracht von gut 600 reglementierten Beauftragten an knapp 1300 Standorten und rund 65.000 bekannten Versendern wartet damit auf die geplanten 376 LBA-Mitarbeiter viel Arbeit. In einem gemeinsamen Papier zogen der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) und die Vereinigung der Dienstleister an Deutschen Flughäfen (VDF) das Zwischenfazit, die strukturellen Änderungen beim LBA trügen „für sich alleine nicht zur Lösung der bestehenden Problematik bei“.
Luftfrachtsicherheit kann zu Wettbewerbsverzerrung führen
„Es mangelt in Deutschland daran, dass der gordische Knoten durchschlagen wird und alle an einem Strick in die gleiche Richtung ziehen“, meint Klaus-Dieter Ruske, Leiter Geschäftsbereich Transport und Logistik beim Beratungsunternehmen PwC. Denn wenn schon Fortschritte auf nationaler Ebene an Problemen der Kontrolle und Zuständigkeit scheitern, scheint eine Einigung im internationalen Rahmen nahezu illusorisch.
Daher drohen nationale Alleingänge, die zu Wettbewerbsverzerrungen führen können. So sind die amerikanischen Sicherheitsbehörden seit einigen Monaten dazu übergegangen, die Belly-Fracht für kleinere Maschinen einem kompletten Screening zu unterziehen.
Deutsche Unternehmen glauben an eigene Standards
Die deutschen Unternehmen und deren Verbände sind zwar davon überzeugt, dass sie permanent an den Sicherheitsstandards arbeiten müssen, glauben aber gleichzeitig auch, dass sie bereits sehr hohe Standards haben. Schon zum Jahresende 2010 ermittelte eine PwC-Erhebung eine starke Zurückhaltung der Unternehmen, wenn es um die Überarbeitung eigener Sicherheitskonzepte geht.
Immerhin 87% lehnten eine grundsätzliche Überprüfung ab. Zwei Drittel zeigten sich überzeugt, dass die gegenwärtigen Sicherheitsmaßnahmen in der Luftfracht bereits auf dem neuesten Stand sind. So verweist Lufthansa Cargo auf eine Verzehnfachung des Kostenaufwands für Sicherheitsmaßnahmen seit 2001.
Diese Sichtweise ist zumindest in Anbetracht der täglichen Zahl an Flugbewegungen und des globalen Frachtaufkommens, die ohne sicherheitsrelevante Vorfälle abgewickelt werden, nicht völlig aus der Luft gegriffen. Allerdings bleibt die tatsächliche Zahl der Risikofälle im Dunkeln.
Unberechtigter Vertrauensvorschuss für bereits geflogene Fracht
Ein zentrales Problem ist, dass bereits geflogene Fracht allgemein als sicher gilt. Damit erhält solche Ladung einen Vertrauensvorschuss, der fragwürdig ist. Denn das Sicherheitsniveau in vielen Drittländern genügt bei Weitem nicht europäischen Ansprüchen.
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