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Luftfracht Vertrauen ist gut, Sicherheitskontrollen besser

| Autor / Redakteur: Axel de Schmidt / Robert Weber

Ein Jahr nach den Paketbombenfunden sind den Absichtserklärungen für mehr Sicherheit in der internationalen Luftfracht kaum Taten gefolgt. Im Gerangel um Kosten und Zuständigkeiten drohen konkrete Maßnahmen im Luftverkehr auf der Strecke zu bleiben.

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Wer sichert die Luftfracht gegen Terror? Aktuell liege der Aufwand für Sicherheitsmaßnahmen zu einem großen Teil bei den Airlines, meinen Experten. Bild: Rinortner
Wer sichert die Luftfracht gegen Terror? Aktuell liege der Aufwand für Sicherheitsmaßnahmen zu einem großen Teil bei den Airlines, meinen Experten. Bild: Rinortner
( Archiv: Vogel Business Media )

Auf 190.000 Pakete pro Stunde soll die Sortierkapazität am UPS-Hub Köln-Bonn bis 2013 steigen. 200 Mio. US-Dollar will der KEP-Riese investieren und verspricht ein „höchstmögliches Serviceniveau“, so UPS-Europe-President Jim Barber. Ob zum Service auch ein Sicherheitspaket gehört, bleibt offen.

KEP-Dienstleister halten sich in punkto Sicherheit bedeckt

Ein Jahr, nachdem UPS-Flieger eine Paketbombe unentdeckt vom Jemen nach Großbritannien geflogen haben, zeigen die großen Paketdienstleister äußerste Zurückhaltung in der Kommunikation dieser für alle Beteiligten heiklen Angelegenheit. Stattdessen glänzen Unternehmen wie FedEx mit unverbindlichen Leerformeln und versichern, dass „Sicherheit ein Grundwert“ sei.

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Dabei hatte dieser Vorfall bei den zuständigen Behörden und Ministerien, aber auch bei Parteien und Verbänden, noch im Spätherbst zu einem hektischen Verlautbarungs- und Gremienaktionismus geführt. Klaus Jansen, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) monierte: „Die Passagiere sollen durch den Nacktscanner laufen und die Paketbomben gelangen ungeprüft in den Frachtraum. Das passt nicht zusammen.“

Arbeitsstab „Luftfrachtsicherheit“ eingerichtet

Schon am 1. November richtete die Bundesregierung einen Arbeitsstab „Luftfrachtsicherheit“ ein, um Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Luftfrachtverkehr zu erarbeiten. Dazu gehören etwa die Auflistung unsicherer ausländischer Flughäfen, die umfassende Auswertung von Luftfrachtdokumentationen sowie die Beschleunigung der Umsetzungsfrist von EU-Regelungen für den Frachtbereich.

Forderungen, die Zuständigkeiten für die Sicherheitskontrollen komplett beim Bundesinnenministerium zu konzentrieren, waren jedoch schnell wieder vom Tisch. Die dem Innenressort zugeordnete Bundespolizei sollte zwar zusätzliche Kompetenzen bekommen, aber auch das dem Bundesverkehrsministerium (BMVBS) nachgeordnete Luftfahrtbundesamt (LBA) und der dem Bundesfinanzministerium unterstehende Zoll an Bord bleiben.

Neue Abteilung S „Luftsicherheit“ hat Arbeit aufgenommen

So hat im Juli 2011 eine neue Abteilung S „Luftsicherheit“ ihre Arbeit aufgenommen. Sie wird auch für die Zulassung und Beaufsichtigung der Beteiligten an der „sicheren Lieferkette“, wie der „reglementierten Beauftragten“ und der „bekannten Versender“, und für die Eigensicherungsmaßnahmen der Luftfahrtunternehmen zuständig sein.

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