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Wie hoch ist denn die Arbeitsplatzsicherheit nach dem Ende der Ausbildung?
Winkler: Bis jetzt konnten wir immer alle übernehmen. Ich bilde auch aus, weil es für mich eines der größten Versagen der Gesellschaft in Deutschland ist, dass wir jungen Leuten keine Arbeit bieten. Und ich habe sogar noch zusätzlich ein Programm für Handwerksbetriebe: Ich will für Handwerksbetriebe mehr im technischen Bereich ausbilden. Wenn die einen Auszubildenden mehr haben als im Vorjahr, bezuschusse ich zirka 50% davon; die werden von mir bezahlt. Das sind in fünf Jahren jetzt ungefähr 120 Leute gewesen.
Mir ist es ein großes Anliegen, jungen Leuten eine Chance zu geben. Ich finde das nicht korrekt: Wer studieren will, der findet immer einen Studienplatz. Und derjenige, der einen handwerklichen Beruf erlernen will, hat keine Chance. Ich finde es nicht korrekt, was da in der Gesellschaft passiert. Ein junger Mann, der keine Arbeit hat, hat nie mehr eine Chance.
Ich habe ja einige Stiftungen, und ich mache weltweit viel in puncto Unterstützung für die Ausbildung junger Leute, sowohl in der Schule als auch in Berufen. Und ich muss sagen, ich bin sehr froh darüber, was wir da für Erfolge verbuchen können, das macht mir Spaß.
Herr Winkler, sicher haben Sie als genialer Tüftler einige Neuerungen für die Zukunft auf Lager. Können und wollen Sie darüber ein paar Sätze verlieren?
Winkler: Wir wollen jetzt, und das ist mein Hauptziel, dass unsere Order Picking Machinery (OPM) weltweit ein noch größerer Erfolg wird. Da gibt es riesiges Potenzial, und darauf wollen wir uns massiv konzentrieren. Wir müssen natürlich versuchen, in dieses System Perfektion hineinzubringen, da bin ich hart am Arbeiten. Und natürlich sehe ich langfristig schon das große Thema, das für mich einen sehr großen Stellenwert hat — zwei Drittel der Logistik finden im Store oder im Shop statt: Diese durch Mechanisierung zu verbessern, das ist langfristig mein oberstes Ziel — und da bleibe ich jetzt mal am Ball, da werde ich nicht nachgeben.
Können Sie ein paar Details zu Ihrem neu aufgesetzten Modellprojekt Shelf Replenishment System sagen?
Winkler: Das Shelf Replenishment System (SRS) — wir hätten das sicher viel schneller realisieren können. Ich habe natürlich auch noch eine Firma zu führen, mich also um Themen wie den Anlagen-Hochlauf zu kümmern. Und deshalb habe ich das ein bisschen hintenan-gestellt, weil mir das Tagesgeschäft wichtiger ist. Man braucht Zeit dafür, keine Schnellschüsse, das kann man nicht machen. Das vorliegende Konzept ist jetzt das, was man realisieren kann. Wir wollen diese Musteranlage jetzt einmal in einem Store installieren, im Live-Betrieb.
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