Retrofit

Albtraum im Lager: Logistik steht 27 Stunden still

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Gemeinsam mit den Intralogistikexperten von Viastore Systems machten sich die Steckverbinderprofis an die Arbeit. Der erste Schritt der Modernisierung begann allerdings nicht im AKL, sondern im manuell bedienten Palettenlager, das mit seinen 1700 Plätzen zur Bevorratung von Roh-, Halb- und Fertigmaterial dient. „Wir nutzten die Einführung des Warehouse-Management-Systems Viadat zu einer Restrukturierung der gesamten Logistik-Prozesse im Unternehmen“, schildert Hossfeld. In dem System ist zum Management von manuellen Lagern unter anderem ein Staplerleitsystem integriert, das jetzt auch bei ODU zum Einsatz kam – bis dato wurde das Palettenlager über Listen geführt. Dadurch konnte auch die Umstellung auf das neue WMS entzerrt werden, wie Klaus Wenz, IT-Projektleiter von Viastore Systems, erläutert: „Wir haben das manuelle Lager rund zwei Monate vor dem AKL auf umgestellt. Dadurch konnten wir die Kommunikation zwischen dem WMS und dem ERP-System von ODU testen, ohne die Leistung des AKL zu riskieren, das ja die Hauptlast der Intralogistik trägt.“

Dann folgte das AKL. „Wir konnten bei der Umstellung den Standard der Software zum größten Teil beibehalten, mussten nur noch an einzelnen Schräubchen eine Feinjustierung vornehmen“, erinnert sich Monika Reinhart, Mitarbeiterin Logistik bei ODU. Die größte Anpassung erforderte die Integration des Milkrun-Systems. Denn damit werden nicht nur Artikel zwischen AKL und Montage transportiert, sondern es bringt auf seinem Weg zum Beispiel auch Komponenten von der Dreherei zur Galvanik. „Diese Artikel und Transporte haben mit der eigentlichen Lagerverwaltung ja nichts zu tun, sollten aber jetzt auch auf dem Handheld des Zugführers angezeigt werden“, schildert Klaus Wenz. Daher wurde das WMS so angepasst, dass die Fertigungsbelege an den Stationen erfasst und von dem Programm gemanagt werden können. „Der Zugführer scannt jetzt die Ware ein, ganz gleich, ob er sie am AKL übernimmt oder irgendwo unterwegs, und erhält entsprechende Transportaufträge auf seinem Handheld, die ihm sagen, wo er die Artikel wieder abgeben muss“, erklärt Klaus Wenz.

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