Fahrerlose Transportsysteme

Aus dem Lager in die Klinik – FTS optimieren die Prozesse

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Die Fahrzeuge nehmen die Container an der Unterseite der Gabeln mittels Haken auf. Ein System mit zwei Fahrzeugen setzt die Apotheke im Neubau zum Transport von Medikamenten ein. Dort existiert nur eine Übergabeebene. Bei Bedarf geben die Fahrzeuge die Container an einem der 47 Pufferplätze ab.

Das zweite System mit fünf Fahrzeugen ist im Neubau des Zentrums für operative Medizin II (ZOM II) installiert. Vier Fahrzeuge, die die Container von der Elektrohängebahn im westlichen Teil des Gebäudes übernehmen, bedienen die Vertikalförderer der einzelnen Bereiche. Das fünfte Fahrzeug versorgt vom Ostflügel aus die verschiedenen Bereiche mit Lagerware und steht für Sondertransporte zur Verfügung. In beiden Anlagen erfolgt die Übergabe der Krankenhauscontainer von der Elektrohängebahn beziehungsweise dem Vertikalförderer an die Fahrzeuge und umgekehrt jeweils mit einem Bodenleitförderer.

Im Krankenhaus geht mittlerweile nichts mehr ohne Leitrechner

Doch das beste FTS funktioniert nicht ohne Software im Hintergrund und ausgiebige Planungen im Vorfeld. Das MLR-Leitsystem Logos in Düsseldorf erhält von der übergeordneten AWT-Anlagensteuerung Transportaufträge. Der Logos-Leitrechner übernimmt die Kommunikation mit den Bereichssteuerungen der Vertikalförderer, der Bodenleitförderer, der Brandschutztore und steuert und koordiniert die Fahrzeuge in beiden Anlagen. Der Datenaustausch mit den Fahrzeugen erfolgt via Breitbandfunk. „Der FTS-Einsatz dreht sich um die Hauptwarenströme in der Kliniklogistik, die allesamt in Rollcontainern transportiert werden, als da wäre das Essen, die Wäsche, Sterilisationsgüter, Magazinware und der Müll“, unterstreicht Ullrich.

Von der zentralen Küche oder dem Versorgungshof werden nach einem bestimmten Fahrplan die Stationen in den Bettenhäusern beliefert. Dazu fahren die FTS von der Quelle durch die Logistikgänge in den Untergeschossen des Klinikums bis zu den Bettenhäusern. Dort benutzen sie die Aufzüge und fahren mit ihnen auf die Etage der Zielstation. Dort stellen sie einen vollen Container ab und nehmen die leeren Container wieder mit.

Gute Erfahrungen mit fahrerlosem Transportsystem statt Kreiskettenförderer

In Köln haben die Klinikmitarbeiter ebenfalls gute Erfahrungen mit der FTS-Technik gemacht. Dort tauschten die Techniker einen alten Kreiskettenförderer aus. Mit der neuen AWT-Anlage setzte ein logistisches Umdenken im Krankenhaus ein. Während die Transporte früher oft mehrere Stunden dauerten, ist heute ein Transport nach maximal 15 Minuten erledigt.

Und die Rheinländer wollen noch mehr. Die nächsten zwölf Fahrzeuge sind geordert, denn der Bedarf steigt. Bis zu 2600 Fahrten absolvieren die FTS in der Domstadt. Auch das Personal hat sich an die neuen Kollegen gewöhnt. „Mit der Inbetriebnahme eines neuen Systems finden organisierte Schulungen statt, die vom FTS-Lieferanten durchgeführt werden. Der Großteil des Personals bekommt eine Einweisung in die Bedienung des Systems. Das technische Personal wird zusätzlich darin unterwiesen, wie Störungen zu beheben sind und wie man Ausnahmesituationen meistert“, erklärt Ullrich. Das ist wichtig, denn im Krankenhaus müssen die Prozesse mindestens genauso stabil sein wie in der Industrie. Das ist die Herausforderung für den Logistiker im Klinikum.

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