Großdemo Das Maß ist voll – jetzt „gehen“ die Logistiker auf die Straße

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Am 18. Januar wollen sich in allen Regionen Deutschlands Logistikfahrzeuge mit ihren Lenkerinnen und Lenkern treffen und nach Berlin aufbrechen. Am 19. Januar, einem Freitag, soll vor dem Brandenburger Tor eine große Kundgebung mit Rednern aus Politik und der Logistikbranche beginnen. Ziel ist der Erhalt der klein- und mittelständisch geprägten Transportunternehmen.

Logistikvertreter aller Couleur wollen am 19. Januar auf der Straße des 17. Juni zeigen, wer sie sind und dort friedlich, aber laut für ihren Berufsstand „kämpfen“.(Bild:  BLV-pro)
Logistikvertreter aller Couleur wollen am 19. Januar auf der Straße des 17. Juni zeigen, wer sie sind und dort friedlich, aber laut für ihren Berufsstand „kämpfen“.
(Bild: BLV-pro)

Das Motto „Alle Räder stehen still, wenn wir, die Logistik, es so will!“ ist zwar dem Text eines alten proletarischen Kampflieds aus dem Jahre 1863 entlehnt („Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will.“). Aber grundsätzlich hat sich auch im 21. Jahrhundert nichts an der Macht von Arbeitskämpfen verändert – die aktuelle Diskussion um Streiks der GDL beispielsweise zeigt das überdeutlich. Hauptbeförderungsmittel nicht nur der deutschen Logistik ist neben dem Container heute eindeutig der Lkw, daran haben auch diverse „Von-der-Straße-auf-die Schiene“-Initiativen nichts geändert – im Gegenteil.

Just diese Lkw, aber auch andere Gefährte wie Muldenkipper, Busse, Wohnmobile und Transporter, sollen (und werden) sich am 18. Januar Richtung Berlin auf ihren Weg machen, um dort am 19. Januar bei der geplanten Großkundgebung vor dem Brandenburger Tor für ihre Branche, die Logistik, zu trommeln.

Nach unserem Aufruf zur Demo Mitte Dezember 2023 traten innerhalb weniger Stunden bereits über 2.000 Demoteilnehmer in die Whatsapp-Gruppen ein.

Bärbel Karnik, Schriftführerin des BLV-pro

Wie es ihre Kollegen aus der Landwirtschaft schon am 8. Januar vorhaben, wollen die Logistiker dieser Republik ihrem Unmut an zentraler Stelle Ausdruck verleihen. Im Unterschied zu den Landwirten, denen es um die Durchsetzung ihrer durchaus berechtigten Forderungen gehe, vertrete der BLV-pro e. V. aber die kleinen und mittelständischen deutschen Transportunternehmen mit ihren Fahrern, und dort wären die Probleme anders gelagert.

Fairer Wettbewerb gefordert

„Viele kämpfen seit Jahren ums Überleben und trotzdem werden der Branche immer höhere Kosten auferlegt“, sagt Daniel Beständig, Sprecher des Verbands. „Dazu fehlt es an Kontrollen der Kabotage, der Einhaltung der Sozialvorschriften und der Einhaltung des europäischen Mobilitätspaketes. Das geht zu Lasten eines fairen Wettbewerbs und führt zum Aussterben der Branche, wenn diese weiter ignoriert wird.“

So stellt der Vorsitzende des Bundesverbands Logistik & Verkehr (BLV-pro), Konstantin Popov, folgende klare Forderungen:

  • Die Bundesregierung muss die Auswirkungen der Mauterhöhung auf die Spediteure und die gesamte Logistikbranche berücksichtigen. Es bedarf dringendst einer umfassenden Überprüfung der Mautstruktur, einer fairen Lösung, die die Wettbewerbsfähigkeit der Spediteure nicht weiter gefährdet, und der Freigabe der Mautdaten zu Kontrollzwecken.
  • keine Bahnfinanzierung auf Kosten des Güterkraftverkehrs;
  • kein Wettbewerbsvorteil für die Bahn zum Nachteil der Spediteure, sondern fairen Wettbewerb in Deutschland und Europa;
  • Mautverwendung gemäß Autobahnmautgesetz, Infrastrukturmaßnahmen wie Lkw-Parkplätze, Rastanlagen, Straßen- und Brückenbau;
  • die Einführung eines Gewerbediesels;
  • gesetzlich festgelegte Zahlungsziele von maximal 14 Tagen;
  • ein Ende des Sozialdumpings, das marktgerechte Preise für die Transportbranche verhindert;
  • fairen Wettbewerb und dass dem zügellosen Erobern der billigen Dienstleister aus Ländern mit viel geringerem Lohnniveau ein Ende gesetzt wird;
  • Schützt endlich den deutschen Mittelstand im Transportgewerbe!

Bleibt zu hoffen, dass die Lobbyvereinigung der Transport-KMU ihr selbstgestecktes Ziel erreichen möge. (bm)

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