E-Class

Der umfassendste Klassifikationsstandard in Deutschland

22.05.2009 | Autor / Redakteur: Peter Steinmüller und Jürgen Schreier / Peter Steinmüller

Frank Scherenschlich: „E-Class ist der umfassendste Standard, der in Deutschland zur Verfügung steht. Mit ihm ist nicht nur die Klassifizierung, sondern auch die Beschreibung der Produkte über standardisierte Merkmale möglich.“ Bild: Class-Ing
Frank Scherenschlich: „E-Class ist der umfassendste Standard, der in Deutschland zur Verfügung steht. Mit ihm ist nicht nur die Klassifizierung, sondern auch die Beschreibung der Produkte über standardisierte Merkmale möglich.“ Bild: Class-Ing

Produktklassifizierung wird für Mittelständler immer wichtiger. Über die Gründe dafür und die Vorteile von Standards im allgemeinen und E-Class im besonderen sprachen wir mit Dipl.-Ing. Frank Scherenschlich, Geschäftsführer der Class-Ing Ingenieurpartnerschaft für Mediendatenmanagement in Borchen. Dipl.-Ing. Frank Scherenschlich.

Herr Scherenschlich, wann ist es für Unternehmen sinnvoll, sich mit Produktklassifikation zu beschäftigen?

Scherenschlich: Dieses ist immer dann sinnvoll, wenn ich strukturierte Produktdaten an meinen Kunden übergeben möchte oder wenn ich selbst solche Daten erhalte und weiterverarbeiten möchte. Studien belegen, dass sich immer mehr Unternehmen der Produktklassifizierung und -strukturierung widmen. Elektronische Produktkataloge betreffen schon mehr als 50% der Unternehmen in Deutschland. Entsprechend arbeiten viele daran.

Wer im Unternehmen beschäftigt sich mit dieser Herausforderung?

Scherenschlich: In größeren Unternehmen der Einkauf und der Vertrieb. Der Einkauf nimmt klassifizierte Produktdaten von verschiedenen Herstellern auf, betrachtet sie, filtert sie und baut einen Einkaufskatalog auf. Der Verkauf gibt die Daten an verschiedenen Stellen beim Kunden ab. In kleinen und mittleren Unternehmen dagegen ist das Thema häufig „Chefsache“.

Wie viele Unternehmen beschäftigen sich bereits mit dem Thema?

Scherenschlich: Bei den kleinen und mittleren Unternehmen sind es aber nur wenige. Um das zu ändern, arbeiten wir mit der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Initiative Prozeus zusammen. Sie unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei den Themen E-Business und elektronische Produktkataloge unter Verwendung von Standards. Was bringt mittelständische Firmenchefs dazu, sich mit Produktklassifizierung auseinanderzusetzen?

Scherenschlich: Die Unternehmer sollten offen sein für neue Ideen. Viele werden auch dazu getrieben, weil immer mehr Abnehmer von ihren Lieferanten strukturierte Produktdaten verlangen und damit drohen, im Weigerungsfall die Geschäftsbeziehung zu beenden.

Warum empfehlen Sie den Standard E-Class?

Scherenschlich: Weil es der umfassendste Standard ist, der in Deutschland zur Verfügung steht. Mit ihm ist nicht nur die Klassifizierung, sondern auch die Beschreibung der Produkte über standardisierte Merkmale möglich. Anders als Standards wie Proficlass oder Etim ist E-Class auch nicht an Branchen gebunden.

Was muss ein Unternehmen tun, um diesen Standard nutzen zu können?

Scherenschlich: Die Firma muss zunächst einmal prüfen, in welche Klassen sie ihre Produkte einteilen kann, und dieses dann umsetzen. Daraus entsteht der elektronische Produktkatalog, den sie an ihre Kunden weitergeben kann.

Zahlreiche Unternehmensberatung bieten ihren Service bei Klassifizierungsprojekten an. Nach welchen Kriterien sollte ein Unternehmen seinen Dienstleister auswählen?

Scherenschlich: Zunächst sollte das Unternehmen mit den Anforderungen des Datenempfängers vertraut sein. Wenn der Empfänger nicht nur eine Klassifizierung und allgemeine Grunddaten für seine Produkte, sondern auch eine merkmalsbasierte Beschreibung dazu haben möchte, trennt sich sehr schnell die Spreu vom Weizen. In der aktuellen Situation gibt natürlich auch der Preis eine wichtige Entscheidungshilfe.

MM online betreibt eine E-Class-basierte Produktdatenbank. Welchen Nutzen hat der Anwender?

Scherenschlich: Er kann die Produkte nach technischen Merkmalen vergleichen. Anschließend kann er die Produkte eingrenzen und an die ausgewählten Lieferanten eine direkte Anfrage starten.

Welche technischen Voraussetzungen muss ein Anbieter erfüllen, der seine Produkte in der Maschinenmarkt-Datenbank einstellen will?

Scherenschlich: Er muss einen elektronischen Produktkatalog besitzen, der nach BME-Cat-Standard 1.2 aufbereitet wurde und dessen Produkte nach dem E-Class-Standard 5.1 klassifiziert wurden. Stehen ähnliche Daten zur Verfügung, so ist eine Transformation möglich.

 

Schluss mit dem Datenchaos im Unternehmen!

 

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