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Logistiktrends Die Evolution des Straßengüterverkehrs

| Autor / Redakteur: Maike Radermacher / Sebastian Hofmann

Autonome Fahrzeuge sind in aller Munde. Dabei geht es primär um den Personenverkehr. Der Straßengüterverkehr ist eher zweitrangig - trotz großem Potenzial. Ein erheblicher Teil an Kosten könnte hier eingespart werden. Wie wird sich der Verkehrssektor also durch autonome Technologien verändern und welche Folgen ergeben sich draus?

Mit seinem vollständig vernetzten Future Truck 2025 will Mercedes-Benz den Güterverkehr der Zukunft noch effizienter und sicherer machen.
Mit seinem vollständig vernetzten Future Truck 2025 will Mercedes-Benz den Güterverkehr der Zukunft noch effizienter und sicherer machen.
(Bild: Daimler AG)

Im Jahre 2016 gab es über 2,5 Mio. Unfälle mit circa 3200 Verkehrstoten im deutschen Straßenverkehr. 90 % aller tödlichen Unfälle sollen auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen sein. Gründe sind unter anderen die nicht korrekt angepasste Geschwindigkeit, mangelnde Verkehrstüchtigkeit durch Alkoholeinfluss oder Übermüdung und nicht ausreichender Sicherheitsabstand. Fast 70 % der Lkw-Unfälle sind Auffahrunfälle. Laut einer EU-Verordnung müssen ab 2015 neue Lkw mit Spurhalteassisten ausgestattet sein. Ab 2018 ist zudem das Advanced-Emergency-Breaking-System Pflicht. Dieses warnt den Fahrer vor kritischen Situationen und löst gegebenenfalls eine Notbremsung aus.

Automatisierung sorgt für höhere Wirtschaftlichkeit

Die größten Kostenpunkte des Straßengüterverkehrs sind Personal und Kraftstoff. Beides kann mithilfe von Automatisierung effizienter gestaltet werden. Durch eine Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und dem Platooning wird die Fahrweise effizienter und spart Kraftstoff. Autonome Lkw, die theoretisch 24 Stunden an sieben Tagen der Woche durchfahren können, umgehen sowohl Lenkzeitregelungen als auch Pausenzeiten und sparen damit Personalkosten ein – ein fahrerloser Lkw laut einer Studie von McKinsey immerhin bis zu 35 % der Betriebskosten.

Allerdings setzt die Umstellung auf autonome Lkw zunächst eine hohe Investition voraus. Die Mehrkosten für einen automatisierten Lkw im Vergleich zu einem konventionellen Fahrzeug liegen bei über 30.000 US-Dollar. Vielen Spediteuren wird daher die Finanzkraft fehlen, auf autonome Flotten umzustellen.

Dem Fahrermangel wird langfristig der Garaus gemacht

Je nach Automatisierungsgrad zeigen sich auch unterschiedliche Auswirkungen für Beschäftigte. Die Bedrohung der Arbeitsplätze hängt davon ab, wie schnell die Automatisierung voranschreitet. Die reine Automatisierung der Fahrbewegungen wird den Lkw-Fahrer nicht vollständig ersetzen. Sein Aufgabenportfolio wird sich jedoch definitiv ändern. Die Branche begegnet derzeit einem Fahrermangel. In Deutschland arbeiten 1,5 Mio. Lkw-Fahrer und jedes Jahr treten etwa 50000 in den Ruhestand ein – während nur rund 10.000 Neuanfänger starten. Mit zunehmender Automatisierung werden zum einen weniger Fahrer benötigt, zum anderen wird der Job auch attraktiver, da er weniger Stress und eine höhere Sicherheit verspricht.

In diesem Video zeigt Mercedes-Benz den neuen Mercedes Future Truck 2025!

Fest steht: Automatisierte Lkw sind keine Science Fiction mehr. Die Bergbaugesellschaft Rio Tinto beispielsweise hat seit 2008 automatisierte Lkw in Betrieb und 2014 stellte Daimler den Mercedes-Benz Future Truck 2025 vor, der einen teilautomatisierten Fahrbetrieb auf Autobahnen fokussiert. Aber auch die „Außenseiter“ Amazon und Uber haben ein Auge auf autonome Fahrzeuge geworfen: Amazon ermittelt derzeit Einsatzmöglichkeiten für selbstfahrende Lkw in seinem logistischen Netzwerk. Uber kaufte 2016 den Lkw-Hersteller Otto und führte kurz danach schon die erste kommerzielle Lieferung mit autonomen Lkw durch.

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* Maike Radermacher ist PR-Managerin bei der Trade Machines FI GmbH in 10551 Berlin, Tel. (0 30) 55 57 93-3 84, maike.radermacher@trademachines.com

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