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Ersetzen Drohnen bald Intralogistiklösungen?

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Es stellt sich dennoch die Frage: Wenn Drohnen selbst zu einer Intralogistiklösung werden, wie lässt sich dies aus Herstellersicht nutzen? Könnten etablierte Intralogistikanbieter damit ihr Produktportfolio erweitern? Bei gewissen Anforderungen ja, aber nicht bei allen. Neben dem Einsatz für Inventurtätigkeiten ist auch eine Ausweitung auf die letzte Meile zumindest vorstellbar. Wenn die Intralogistik das Päckchen versandfertig bis zum Hallentor bewegt, warum dann nicht gleich direkt mit der Drohne bis zum Endkunden? Nicht zu vergessen die Materialversorgung der Produktion, ähnlich dem Beispiel von Audi. Auch dies könnte eine sinnvolle Erweiterung sein, wenn das zu bewegende Material entsprechend klein, leicht und handlich ist. Für größere und vor allem schwere Lasten sind etablierte Lösungen aus dem Bereich Flurförderzeuge, Förderbänder oder Krane immer noch die bessere und vor allem wirtschaftlichere Lösung.

Herausforderung Sicherheit

Besonders hinderlich für diese Vision sind aus heutiger Sicht die Sicherheitsvorschriften, die nicht für Drohnen im konkreten Einsatzbereich Intralogistik ausgelegt sind. Für den Außenbereich gilt allgemein eine ganze Reihe von Rechtsgrundlagen für Drohnen: Luftverkehrsgesetz, Luftverkehrsordnung, Luftverkehrs-Zulassungsordnung, Arbeitsschutzgesetz, Bundes-Datenschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung, Arbeitsstättenverordnung und Batteriegesetz. Beim Einsatz innerhalb von Gebäuden – also beispielsweise in der Produktion oder im Lager – gibt es hingegen keine gültige Rechtslage. Hier ist, anders als im Außenbereich, keine Aufstiegserlaubnis durch die Luftfahrtbehörden notwendig. Allerdings herrscht Unsicherheit, weil es Vorgaben der Berufsgenossenschaften gibt, die den Aufenthalt von Menschen unter Lasten untersagen. Deshalb sind Drohnenentwickler und Anwender im Gespräch mit den Genossenschaften.

Fazit: Insgesamt ist die Drohne als Intralogistiklösung noch Zukunftsmusik und alles andere als marktreif. Aus heutiger Sicht wird sie die etablierten Intralogistiklösungen nicht verdrängen. Sie könnte sich jedoch durchaus zu einer sinnvollen Ergänzung und Erweiterung des Produktportfolios entwickeln. Intralogistik lebt seit jeher davon, innovative Technologien aus unterschiedlichsten Bereichen für Logistikprozesse nutzbar zu machen. Darum ist es nur logisch, über den Einsatz von Drohnen für die Intralogistik zumindest nachzudenken und die Weiterentwicklungen in diesem Bereich zu beobachten. Die Zukunft der Intralogistik liegt in der Autonomisierung. Drohnen könnten definitiv ein Aspekt davon sein, aber keine entscheidende Lösung.

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* Dr. Klaus-Dieter Rosenbach ist Vorstandsvorsitzender des VDMA-Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik und als Mitglied des Vorstands verantwortlich für Logistiksysteme bei der Jungheinrich AG, 22047 Hamburg, Tel. (0 40) 69 48-0, info@jungheinrich.de

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