Telematik-System

Funkrufdienst lotst Lkw zum Logistikzentrum

17.12.2008 | Redakteur: Stéphane Itasse

Mit dem Pager kommen Lkw-Fahrer ohne Staus zum Bosch-Logistikzentrum in Homburg. Bild: E-Message
Mit dem Pager kommen Lkw-Fahrer ohne Staus zum Bosch-Logistikzentrum in Homburg. Bild: E-Message

Das Logistikzentrum der Robert Bosch GmbH in Homburg nutzt jetzt E-Cityruf und das „Gate and Loading Dock Management System“ für die Lkw-Koordination. Die eintreffenden Lkw werden mit dem Funkrufdienst E-Cityruf aufgerufen, personeller Aufwand und Wartezeiten werden erheblich reduziert, wie der Softwarehersteller E-Message mitteilt.

In den drei Homburger Werken produziert die Robert Bosch GmbH Diesel-Einspritzausrüstungen für Kraftfahrzeuge sowie Hydraulikkomponenten für Industrietechnik. In dem neuerrichteten zweigeschossigen Logistikzentrum werden täglich rund 3000 Ein- und Auslagervorgänge abgewickelt – zwei pro Minute. Allerdings existiert an diesem Standort im Werksteil Ost nur eine Anfahrtsstelle für sämtliche Lkw, quasi ein Nadelöhr, vor dem sich in Stoßzeiten anfangs kaum zu kontrollierende Staus bildeten.

Lkw blockierte Zufahrtsstraße zum Logistikzentrum

In den ersten sechs Wochen nach Inbetriebnahme des Logistikzentrums wurden die eintreffenden Lkw noch mittels eines „Workarounds“ zum vorgesehenen Verladetor geholt. Das sah dann so aus: Entweder wurden die Lkw telefonisch über den Werkschutz am Eingang abgerufen oder die Fahrzeuge standen bereits im Werksgelände auf der Zufahrtsstraße und mussten per Zuruf an die Verladetore delegiert werden. Dadurch war die Straße blockiert und häufig wusste niemand, wo sich einzelne Fahrer gerade aufhielten. Diese Abwicklung erforderte einen erhöhten manuellen Aufwand.

Mit dem Gate and Loading Dock Management System DiGDM fand sich eine Lösung für das Problem. Denn das von der Dresden Informatik GmbH und E-Message entwickelte DiGDM-System verbesserte die Fahrzeugkoordination am Werktor und an der Rampe. „Durch Erweiterung unseres Versandkontrollsystems mit dem Modul ‚Lkw-Leitsystem’ haben wir den Aufwand eliminiert“, erläutert Uwe-Werner Fetzer, Prozessexperte in der Versandabteilung. Jetzt sei man in der Lage, alle eintreffenden Lkw bedarfsorientiert abzurufen. Rund 70 Lkw sowie zusätzliche Express- und Kurierdienste steuerten das Logistikzentrum täglich an. Etwa zwei Drittel der Lkw würden inzwischen mit Hilfe des neuen Leitsystems DiGDM abgefertigt.

Ankommende Lkw-Fahrer erhalten jetzt Pager

Die ankommenden Lkw-Fahrer fahren in die Lkw-Wartezone, melden sich beim Werkschutz an und erhalten einen E-Cityruf-Pager, wie E-Message mitteilt. Gleichzeitig würden Spedition, Kfz-Kennzeichen und die Anzahl der zu liefernden oder zu holenden Ladungsträger erfasst und an den Verladedisponenten gemeldet. Er entscheide über die Priorität.

Sobald ein Fahrer an der Reihe sei, sendet ihm der Verladedisponent aus der internen EDV-Anwendung heraus eine E-Cityruf-Nachricht mit der Nummer des anzusteuernden Verladetors an einer der acht Rampen. Eine Sache von Sekunden, wie der Hersteller meint.

„Mit Cityruf konnten die Lkw-Wartezeiten und der personelle Aufwand erheblich reduziert werden. Die Nachrichten werden schnell übertragen und die Fahrer bleiben überall mobil erreichbar“, resümiert Uwe-Werner Fetzer laut Mitteilung. Für das DiGDM-System habe auch gesprochen, dass sie sich leicht in das Versandkontrollsystem von Bosch integrieren ließen, sofort einsetzbar und einfach zu handhaben waren.

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