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Logistikmarkt Intralogistik-Umsätze wachsen um drei Prozent

Redakteur: Robert Weber

600 Mio. Euro mehr Umsatz konnten die Intralogistikunternehmen im VDMA Fachverband Fördertechnik und Intralogistik 2013 erzielen. Der Branchenumsatz kratzt damit an der 20 Mrd. Euro-Marke (2013: 19,7 Mrd. Euro). Auch für 2014 rechnet der Verband mit einem ähnlichen Wachstum. Sorgen machen einigen Unternehmen die EU-Sanktionen gegen Russland.

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Intralogistik aus Deutschland ist im Ausland gefragt. Der Branchenumsatz wuchs 2013 um drei Prozent und kratzt an der 20 Mrd. Euro-Marke.
Intralogistik aus Deutschland ist im Ausland gefragt. Der Branchenumsatz wuchs 2013 um drei Prozent und kratzt an der 20 Mrd. Euro-Marke.
(Bild: Weber)

Wachstumstreiber war auch wieder das Ausland, hieß es am Rande der Cemat Preview in Hannover. Mit einem Volumen von 13,1 Mrd. Euro rangierten die Mitgliedsunternehmen im Berichtsjahr 2012 deutlich vor China mit 9,4 Milliarden Euro und den USA mit 7,8 Milliarden Euro. Im Ranking der wichtigsten Abnehmernationen für Deutschland liegen wie auch im Vorjahr die USA (971 Mio. Euro) auf Platz eins, gefolgt von Frankreich (776 Mio. Euro) auf Rang zwei und China (697 Mio. Euro) an dritter Position. Insgesamt sind die Exporte in die wesentlichen Kernmärkte leicht zurückgegangen. „Das Minus in einigen Ländern, wie den USA, Frankreich, China oder auch Russland, haben andere Märkte, wie beispielsweise die Türkei, Kanada oder Chile ausgeglichen“, betont Wilfried Neuhaus-Galladé und weiter: „Die Länderauswertung im Export zeigt, dass die deutschen Hersteller international immer breiter aufgestellt und damit weniger abhängig von Schwankungen in einzelnen Märkten sind.“ Auch bei den Beschäftigtenzahlen gab es von 2012 auf 2013 einen Zuwachs von fünf Prozent. Damit zählt die Branche geschätzte 116.000 Mitarbeiter.

Neben den positiven Zahlen macht der Wirtschaft und vor allem auch den Maschinenbauern die Krim-Krise und mögliche Sanktionen Sorgen. MM Logistik sprach mit Philipp Hahn-Woernle, geschäftsführender Gesellschafter von Viastore Systems, über die Situation in Russland.

MM Logistik: Viastore hat in der Vergangenheit auch immer mit lukrativen Projekten in Russland geworben. Wie bewerten Sie mögliche Sanktionen?

Hahn-Woernle: Hier muss man abwarten, in welcher Art mögliche Sanktionen ausfallen könnten. Wir sind zuversichtlich, dass unsere Politik Wirtschaftssanktionen sorgfältig abwägt, denn sie treffen die Menschen und nicht die politische Führung. Grundsätzlich sollte sich die Politik von der Erkenntnis leiten lassen, dass auch weiterhin eine Zusammenarbeit mit Russland möglich sein muss.

MM Logistik: Vor einigen Monaten haben Sie ein Projekt in der Ukraine abgeschlossen. Wie haben Sie die Situation vor Ort erlebt?

Hahn-Woernle: Unser Tiefkühllager für Myronivsky Hliboproduct liegt in Ladyzhyn, also rund 300 Kilometer weit entfernt von den Geschehnissen in Kiew. Dort war vor mehr als einem Jahr, als wir das Projekt abgeschlossen hatten, von der Unruhe noch nichts zu bemerken. Wichtig ist uns vor allem, dass unsere Mitarbeiter zu keinem Zeitpunkt in eine prekäre Situation kommen. Daher beobachten wir zum Beispiel auch Reisewarnungen in bestimmte Regionen sehr sorgfältig.

MM Logistik: Wie wichtig ist für Viastore der russische Markt?

Hahn-Woernle: Russland ist für uns ein interessanter Markt, wir haben dort bereits zahlreiche Projekte realisiert - übrigens nicht nur für russische Unternehmen, sondern auch für internationale Firmen, die in Russland ebenfalls einen Markt sehen. Wir sind jedoch international sehr breit aufgestellt. Das ist wichtig, falls einzelne Märkte schwanken.

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