Anbieter zum Thema
Kundenänderungen sind online sofort sichtbar
Die eigens entwickelte Problemlösung „Lean PPS“ baut auf dem bestehenden Produktions-Planungs- und Steuerungssystem (PPS) bei Ribe auf. „Wir haben gesagt: Jede Änderung eines Kunden muss online sofort an jeder Maschine verfügbar sein. Wenn ich dorthin gehe, muss ich wissen, wie weit derjenige im Rückstand ist“, so Geschäftsführer Hofmann. Ribe hat die Maschinenbediener auf selbstständiges Agieren hin geschult. Nicht die Planungsabteilung ist verantwortlich, eine Aushilfe zu bekommen oder Wochenendarbeit zu veranlassen, sondern der Mitarbeiter an der Maschine selbst. „Das heißt, ich habe es mit diesem System geschafft, das PPS-System zu den Menschen in der Fertigung zu bringen. Das war für mich der entscheidende Punkt“, erklärt Hofmann.
Andreas J. Hofmann, der Sohn des Ribe-Geschäftsführers und mit der Konzeption und Implementierung des neuen Lean PPS betraut: „Kanban ist natürlich weit verbreitet und wird immer wieder gerne genutzt. Aber wir haben gesagt: Das hilft uns eigentlich nur bedingt weiter. Zum einen haben wir das Problem: Sobald wir mit Kanban-Systemen und -Karten anfangen, haben wir einen manuellen Aufwand mit Karten, der nicht im System abgebildet ist. Auf der Produktionsebene findet wieder etwas Anderes statt, als Sie in der Planung an Systemdaten haben.“ Außerdem signalisiere eine Kanban-Karte der Produktion zwar, dass etwas produziert werden müsse, aber über die Dringlichkeit des Auftrags sei nichts ausgesagt. Dementsprechend wird die Person an der Maschine unter Umständen ihr Engagement ausrichten.
Überhaupt dürfe man den Menschen nicht vergessen. „Menschen haben wir hier deutlich in den Mittelpunkt gestellt. Der Mensch bekommt die Information, wie dringlich etwas gebraucht wird. Er bekommt dazu auch — ganz wichtig — den Kunden“, so Andreas Hofmann. „Er bekommt eine Vorausschau auf zukünftige Aufträge. Was kommt auf mich zu? Ganz wichtig auch im Vergleich zu Kanban-Systemen.“
Weil das Ribe-Produktspektrum so breit ist, können unmöglich überall in der Produktion Zwischenbestände vorgehalten werden. Andreas Hofmann: „Wir haben deswegen so etwas wie elektronisches Kanban erzeugt. Entstanden ist ein System, das eine gemeinsame Datenbasis schafft für alle die Gruppen, die im Unternehmen daran arbeiten, für den Kunden den Auftrag rechtzeitig fertig zu bekommen — von der Fertigung bis zum Management.“
(ID:263233)