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Prozesse müssen mit Kennzahlen messbar sein
Raymond Damerow, Director Parts and Logistics bei Ford, beschäftigt sich mit der Optimierung der Ersatzteillogistik im Automobil-Geschäft. „Die Grundregel in der Logistik ist, dass man nur die Prozesse, die man mit Kennzahlen laufend messen kann, auch entsprechend verbessern und optimieren kann“, so Damerow. Nur die Kosten zu senken, sei eigentlich keine Strategie. „Das können wir alle. Wenn Sie null Kosten haben, haben Sie im Prinzip auch Ihr Geschäftsmodell aufgegeben. Man muss die richtige Balance zwischen Service-Level und Kosten finden.“
In seinem Haus gibt es verschiedene Iterationsgrade. An oberster Stelle steht dabei die Eilorder, die vom Handel ausgehend bis 18 Uhr bei Ford eintreffen muss. Dann garantiere sein Haus, in Abhängigkeit von der Anzahl der Entfernungskilometer, in 95% aller Fälle eine Anlieferung am nächsten Morgen vor 10 Uhr. Es folgt die Next-Day-Delivery-(NDD-)Order, eine Art Bestands-Auffüllorder, gefolgt von der Daily-Stock-(DS-)Order, der täglichen Lagerorder, zum Schluss eine wöchentliche Bestellorder.
Für Michael Rembold, Leiter der weltweiten Ersatzteillogistik bei Bosch Thermotechnik, spielt das Spannungsfeld zwischen In- und Outsourcing in der Ersatzteillogistik eine wesentliche Rolle. Sein Unternehmen mit rund 3 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr und 13 000 Mitarbeitern beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themen „Heizen Wand“ und „Heizen Boden“, also Warmwassergeräten. „Die Anforderung aus Sicht des Marktes an uns im Ersatzteilservice ist höchste Verfügbarkeit. Wenn ich hier sage, größer 99%, dann reicht das nicht einmal. Ruhe haben wir erst, wenn wir in der Größenordnung 99,5% plus liegen“, so Rembold.
Bosch Thermotechnik entscheidet sich für den Eigenbetrieb des Lagers
Der Logistiker und sein Team standen kürzlich vor der Entscheidung, nach der Zusammenfassung von drei Ersatzteillagern zu einem sich für die Fremdvergabe oder den Eigenbetrieb zu entscheiden. „Bosch investiert nicht gerne in Steine, sondern in schöne neue Produkte“, so sein Credo.
Nach der Ausschreibung und der Rückmeldung der Logistik-Dienstleister entschied man sich unter dem Strich trotzdem für den Aufbau des neuen Zentrallagers im Eigenbetrieb am Standort Lollar, unter anderem wegen der Standortvorteile des Teams bei der Qualität der Dienstleistung. Mit hineingespielt hat dabei auch der Zufall: Die Bosch-Gerätelogistik wurde zu dieser Zeit outgesourct und eine Halle frei.
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