Beschaffung Neues Coaching-Programm macht Mitarbeiter zu Experten

Von Julia Kowal

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Beschaffung und Intralogistik sind wegen der Pandemie und des Ukrainekriegs im Krisenmodus: Lieferketten sind massiv gestört, viele Waren nicht verfügbar. Umso wichtiger, dass der Einkauf und die intralogistischen Prozesse auf die Veränderungen kurzfristig reagieren können. Unternehmen stellen in solchen Situationen oftmals externe Berater ein, die die Probleme kurzfristig lösen. Auf lange Sicht aber ist es sinnvoller, die eigenen Mitarbeiter zu Experten weiterzubilden. Mit klassischen Seminaren, die innerhalb weniger Tage eine Masse an Wissen vermitteln, gelingt das aber nicht. Nachhaltiger ist ein berufsbegleitendes Mentoring über eine längere Dauer.

Berufsbegleitendes Mentoring direkt am Arbeitsplatz, wie beispielsweise hier in der Lagerlogistik, ist ein nachhaltiges Modell der Weiterbildung.
Berufsbegleitendes Mentoring direkt am Arbeitsplatz, wie beispielsweise hier in der Lagerlogistik, ist ein nachhaltiges Modell der Weiterbildung.
(Bild: Arness )

Vielen Unternehmen wurde in den vergangenen Jahren schmerzlich bewusst, dass ihre Lieferketten nicht krisensicher sind und dass sie ohne externe Berater auf die Veränderungen nicht reagieren können. Beschaffung und Logistik stehen wegen der weltweiten Krisen vor großen Herausforderungen: Brechen Partner im Liefernetzwerk plötzlich weg, gilt es, Waren kurzfristig und zu einem guten Preis von anderer Stelle zu beziehen.

Auch die intralogistischen Prozesse gilt es anzupassen: Dem Just-in-time-Prinzip kann bei unzuverlässigem Warenfluss kaum mehr Folge geleistet werden. Zusätzlich kämpft die Produktion derzeit mit hohen Durchlaufzeiten, weil sich die Wartezeiten erhöhen und Maschinen oftmals überbelegt sind. Die Störungen in den externen Lieferketten wirken sich enorm auf die innerbetrieblichen Prozesse aus: Die Produktion steht wegen fehlender Teile still oder die Lager füllen sich, weil zum Beispiel Verpackungsmaterial für die Auslieferung fehlt. Anstatt weiterhin auf Kante zu nähen, müssen Unternehmen umdenken und die Beschaffung sowie die anhängenden intralogistischen Prozesse kurzfristig anpassen und langfristig krisenfest gestalten.

Mitarbeitende für Krisenzeiten rüsten

Wie die Anpassungen in der Intralogistik und der Beschaffung erfolgen sollen – damit sind die eigenen Mitarbeitenden aber oftmals überfordert. Denn sie sind für den Krisenmodus nicht gerüstet. Deshalb stellen Unternehmen kurzfristig externe Berater ein und kaufen sich deren Expertise. Teils zu horrenden Preisen: Berater fangen bei rund 1.000 Euro Tageshonorar an, spezialisierte Berater verlangen sogar oftmals das Doppelte oder mehr.

Unternehmen profitieren in solchen Projekten dann von der Erfahrung und dem Netzwerk des Beraters. Mit dessen Unterstützung erzielen sie kurzfristig gute Ergebnisse – allerdings auch nur einmalige. Denn externe Berater verbleiben nur für die Projektdauer im Unternehmen. Stellt sich anschließend eine neue Krise ein, muss wieder viel Geld in ein neues Projekt investiert werden. Zusätzlich schwingt bei solch einer Zusammenarbeit auch immer eine gewisse Unsicherheit mit, weil der Nutzen der externen Beratung nicht sofort monetär greifbar ist. Ob das Projekt das gewünschte Ergebnis erzielt, ist kaum vorhersehbar. Abhilfe scheinen hier Beratungen auf Erfolgsbasis zu schaffen. Diese sind aber nicht nur teuer – Berater nehmen in der Regel nur Projekte an, deren Volumen bei mindestens 500.000 Euro liegt und verlangen im ersten Jahr der Zusammenarbeit oftmals 50 Prozent der erzielten Einsparungen als Honorar. Auch lässt sich der Erfolg der Beratung eben nur bei Einsparungsprojekten messen, für andere Projekte eignet sich dieses Honorarmodell daher nicht.

Um die intralogistischen Prozesse langfristig krisenfest zu gestalten und sich unabhängig von externen Beratern zu machen, gilt es daher, die eigenen Mitarbeiter zu Experten weiterzubilden. Etliche Anbieter versprechen genau das innerhalb kurzer Zeit: In Seminaren, die nur wenige Tage dauern, werden die Teilnehmer mit Informationen überfrachtet, für praktische Trainings fehlt die Zeit. All das Wissen können die Teilnehmer aber gar nicht aufnehmen und innerhalb der kurzen Dauer auch nicht einüben. Und kommen sie nach der Weiterbildungsmaßnahme zurück zum Arbeitsplatz, müssen sie zunächst die liegengebliebene Arbeit aufholen. Bis sie das Gelernte dann umsetzen können, haben sie noch mehr davon vergessen. Zusätzlich werden sie mit der praktischen Anwendung allein gelassen.

Berufsbegleitendes Mentoring direkt am Arbeitsplatz

Nachhaltiger ist ein neues Modell der Weiterbildung für die Beschaffung und Intralogistik: Ein berufsbegleitendes Coaching und Mentoring, das auf mehrere Monate angelegt ist und das Wissen in vielen kurzen Schulungen vermittelt. Diese können als Videosequenz on demand oder auch als Live-Coaching stattfinden. Vorteil der Videosequenzen: Niemand muss anreisen und die Teilnehmer können sie sich dann anschauen, wenn es zeitlich oder inhaltlich am besten in ihren Arbeitsalltag passt.

Ergänzendes zum Thema
Berufsbegleitendes Coaching bei der Arness Academy

Ein solch neues, berufsbegleitendes Weiterbildungsformat bietet die Arness Academy an: Über sechs Monate hinweg finden 24 Sitzungen statt, zudem erhalten die Teilnehmer schriftliche Unterlagen in Form eines Workbooks. Rund 10.000 Euro kostet dieses Coaching, ist also günstiger als eine externe Einkaufsberatung – und hat einen langfristigeren Effekt. Geleitet wird die Arness Academy von Arne Zühlke, der seit 1999 im Einkauf von Maschinenbauunternehmen tätig ist und speziell in diesem Bereich über gefragtes Know-how verfügt. 2018 gründete Zühlke die Beratungsfirma Arness und bietet mit der Academy nun ein Format an, um Wissen und Kompetenz langfristig im Unternehmen aufzubauen. Das Coaching richtet sich an Unternehmer, Einkaufsleiter oder Gruppenleiter im Einkauf.

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Die Teilnehmer lernen direkt am eigenen Arbeitsplatz. Anstatt tagelang nur Zuhörer zu sein und Gelerntes nur in konstruierten Situationen anzuwenden, wird ihnen das Wissen in leicht verdaulichen Häppchen vermittelt, dass sie anschließend direkt in ihrer realen Arbeitsumgebung anwenden können. Im Idealfall animiert der jeweilige Baustein direkt zur Umsetzung in die Praxis, vermittelt also konkrete Arbeitsaufgaben und Tipps. Der Lerneffekt ist durch diese Art der Schulung weitaus höher und nachhaltiger – vor allem, wenn die Coaches für Nachfragen unkompliziert zur Verfügung stehen und bei Problemen im Arbeitsalltag aktiv Unterstützung leisten. Ein weiterer Vorteil des berufsbegleitenden Lernens: Die Mitarbeiter fehlen nicht tagelang am Arbeitsplatz, ihre Arbeit bleibt nicht liegen oder muss von anderen Kollegen mit erledigt werden.

Fazit

Um kurzfristig auf Störungen in der Beschaffung und den intralogistischen Prozessen zu reagieren, können externe Berater nützlich sein. Solche Projekte sind aber teuer und nur vorübergehend, ein nachhaltiger Wissenstransfer findet nicht statt. Um auf Dauer krisenfest zu sein, sollten Unternehmen daher ihre eigenen Mitarbeiter befähigen. Mit Seminaren, die viel Wissen innerhalb weniger Tage vermitteln wollen, kann dies aber nicht gelingen. Einen hohen Lerneffekt erzielen hingegen berufsbegleitende Mentoring-Programme, bei denen die Teilnehmer am eigenen Arbeitsplatz kürzere Schulungen erhalten und bei der praktischen Umsetzung aktiv unterstützt werden.

* Julia Kowal ist freie Journalistin in 44388 Dortmund. Weitere Informationen: Arness GmbH & Co. KG, 22889 Tangstedt, Tel. +49 4109 554932, info@arness.eu

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