Anbieter zum Thema
Daraus hat das Unternehmen in letzter Zeit an einer Schule zusätzliche Klassenzimmer errichtet, einen Kindergarten erweitert und ganze Bürokomplexe hingestellt. Gleichwohl geht auch bei ELA der Geschäftsimpuls auf Seecontainer zurück. Bernhard Albers, der Unternehmensgründer, sei der Erste in Deutschland gewesen, heißt es, der ab 1972 solche ausrangierten Transportkisten kaufte, reparierte, umbaute und ein zweites, weit verzweigtes Leben für sie erschloss.
Die echte „Urzelle“ war allerdings noch gar kein Container. Mit 58 Lkw-Aufliegern hatte der Spediteur Malcom McLean den Frachter Ideal X beladen lassen, der am 26. April 1956 Newark an der amerikanischen Ostküste verließ auf dem Weg nach Houston/Texas, wo 58 Lkw zur Übernahme bereitstanden. Die Idee, solche Transporte auf den Weg zu bringen, hatte McLean schon Ende der 30er-Jahre als junger Lkw-Fahrer und angeblich auch angesichts der Stapelschächte in Zigarettenautomaten gefasst; sie war im Zuge der Standardisierungsbewegung im Schwange. Die Deutsche Reichsbahn hatte schon 1929 einen Wettbewerb über „Behälterverkehr“ veranstaltet; und auch während des Zweiten Weltkriegs und des Korea-Kriegs sind amerikanische Truppen bereits mit Hilfe von Containern versorgt worden – allerdings im Einwegverkehr. Es erschien nicht lohnend, sie zurückzuholen, weshalb sich die Boys hinter der Front schon damals Zweitnutzungen ausdachten.
McLean hat also den Container nicht erfunden, dennoch gilt der 1956 von ihm initiierte Transport als das Ereignis, das den Seeverkehr mehr veränderte als der Übergang vom Segel- zum Dampfschiff und das vor zwei Jahren Anlass für Jubiläumsartikel war. Als eigentliche Leistung wurde dabei gewürdigt, dass der nun schon erfolgreiche Transportunternehmer, der Mitte der 50er-Jahre 1800 Lkw besaß, erstmals geschlossene Transportketten über See und Land aufgebaut habe. McLean brachte das 1960 mit der Umbenennung seiner 1955 gekauften Reederei in Sea Land Service selbst zum Ausdruck. Damit etablierte er einen Liniendienst, der jahrzehntelang die Trends im Containerverkehr setzte und wesentlich vom Vietnam-Krieg profitierte. Diesmal kamen die Container allerdings in die USA zurück – mit Waren aus Japan, das auch auf diese Weise seinen Aufstieg als Industriemacht organisierte.
Auch nach Deutschland brachte McLeans Sea Land Service die ersten Container. Sie wurden am 6. Mai 1966 in Bremen entladen – dem zentralen Nachschubhafen der US-Truppen in Mitteleuropa. Das Ladegeschirr befand sich damals noch an Bord, denn die Häfen waren noch nicht auf Container eingestellt. Deshalb gab es zunächst viel Skepsis. Ende der 60er-Jahre war jedoch auch der deutschen Schifffahrtswirtschaft klar, dass dem Container die Zukunft gehörte. Inzwischen wird sogar mehr als ein Drittel der weltweit rund 4000 Containerschiffe von deutschen Reedern betrieben. Die größten stehen im Dienst der dänischen Reederei Maersk, die 1999 Sea Land Service übernahm und von der mal eine pfiffige Antwort auf die in der Branche immer brennend interessierende Frage kam, wie viele Container diese Schiffe denn tatsächlich transportieren können: „Wir zählen noch.“
(ID:254167)