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Der große Erfolg der Container war nur durch Standardabmessungen möglich, die schon 1961 festgelegt wurden. Damals hatte sich die US-Normbehörde für 8,5 und 8 Fuß – etwa 2,60 und 2,40 m – als Höhe und Breite und für 10, 20, 30 und 40 Fuß als Länge entschieden. Die Reeder hielten sich aber nur zögernd daran. Sea Land Service fuhr zum Beispiel noch bis in die 80er-Jahre mit 35-Fuß-Containern, obwohl die internationalen Standardisierungsgremien während der 60er-Jahre die amerikanischen Maße übernahmen und der 20-Fuß-Container sich als Basiseinheit herausgebildet hatte. Seitdem zählt und misst die Branche in TEU – Twenty Foot Equivalent Unit. Rund 25 Mio. TEU sollen weltweit verfügbar sein – meistens mit 20 oder 40 Fuß Länge und in zahlreichen Varianten. Ein voller 20-Fuß-Container kann bis 30 t wiegen. Der Wert eines beladenen 40-Fuß-Containers soll im Durchschnitt bei 37 500 Dollar liegen. Bis 10 000 Container gehen angeblich jedes Jahr über Bord und damit verloren.
Lücken am Mietmarkt gefüllt
In der Regel beginnt der Lebenszyklus von Containern inzwischen in China, wo sie für rund 2000 Dollar hergestellt und oft auch gleich beladen werden. Im Ost-West-Verkehr können Reeder wegen des breiter fließenden Warenstroms und daraus folgender Knappheit an Ladekapazität dann gleich eine etwa doppelt so hohe Frachtrate – etwa 1400 Dollar – erzielen als in der umgekehrten Richtung. Geordert werden die Container auch von Unternehmen, die im Außenhandel sehr aktiv sind, oder von Spediteuren, zum großen Teil aber von Reedern. Sie müssen nach einer gern zitierten Formel für jedes Containerschiff etwa drei Sätze Container vorhalten: Einer sei aktuell auf dem Schiff, einer werde vom zuletzt angelaufenen Hafen aus verteilt und einer sollte am neuen Zielhafen mit Ladung bereitstehen.
So viele Container muss eine Reederei aber nicht tatsächlich besitzen, denn damit wäre zu viel Kapital gebunden – in Blech. Hapag-Lloyd, eine der weltweit größten Linienreedereien, kommt zum Beispiel für ihre 140 Containerschiffe mit einer Gesamtkapazität von 493 000 TEU mit rund 1 Mio. TEU aus, also mit etwa zwei Containersätzen; und der weltweite Gesamtbestand – die 25 Mio. TEU – gehört nur etwa zur Hälfte Reedereien. Die andere Hälfte wird über einen Mietmarkt gehandelt, an dem auch saisonal Lücken gefüllt werden können. Dabei betätigen sich seit langem Finanzinstitute, die – ähnlich wie mit den berühmten Schiffsfonds – auch Privatanlegern Investitionsmöglichkeiten anbieten. Dazu kommen explizite Vermieter wie Ian K. Karan, der in diesem Geschäft zum weithin geschätzten hanseatischen Kaufmann geworden ist und Ende des vergangenen Jahres für sein kulturelles und soziales Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Der in Sri Lanka geborene Unternehmer war 1970 nach einschlägigen Tätigkeiten in der Logistikbranche über London nach Hamburg gekommen und hatte von dort aus ein Container-Imperium aufgebaut: zuletzt mit Capital Lease, einem Unternehmen, das mit rund 5000 000 TEU zu einem der größten Vermieter weltweit wurde und das Karan Mitte 2007 an eine Investorengruppe abgab.
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