Logistikflächen Rhein-Main schwächelt

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Mit einem Umsatz von nur 73.900 Quadratmetern im viertel Quartal 2022 und einem Jahresumsatz von 345.000 Quadratmetern bei den Logistikflächen liegt das Rhein-Main-Gebiet klar unter seinem Vorjahresergebnis und dem Zehnjahresdurchschnitt. Lager- und Logistikdienstleister sind die wichtigste Nachfragegruppe dieser Assets, gefolgt vom Handel.

Im Rhein-Main-Gebiet sind Lager- und Logistikdientleister die wichtigste Nachfragegruppe von Logistikflächen. Im vergangenen Jahr wahr ein deutlicher Rückgang im Neubausegment zu beobachten, was auch den Umsatz bei großflächigen Clustern sinken ließ.
Im Rhein-Main-Gebiet sind Lager- und Logistikdientleister die wichtigste Nachfragegruppe von Logistikflächen. Im vergangenen Jahr wahr ein deutlicher Rückgang im Neubausegment zu beobachten, was auch den Umsatz bei großflächigen Clustern sinken ließ.
(Bild: mojolo - stock.adobe.com)

Wie die Frankfurter Immobilienberater von NAI Apollo berichten, ist das vergangene Jahr für den Lager- und Logistikflächenmarkt im Rhein-Main-Gebiet „deutlich unterdurchschnittlich“ ausgefallen. In Zahlen bedeutet das: Die Region rutscht von einem Hochplateau (Vorjahresergebnis: 778.400 Quadratmeter) ab auf nur noch 345.600 Quadratmeter und kann damit nur noch 55,6 Prozent des ehemaligen Allzeithochs aus 2021 verzeichnen. Ein vergleichbar schwaches Jahresresultat sei zuletzt 2010 erfasst worden. Als Gründe hierfür ließen sich sowohl angebotsseitige als auch nachfragebezogene Faktoren identifizieren.

Nutzerseitiger Flächenbedarf ist weiterhin vorhanden. Allerdings ist das Stimmungsbild der hiesigen Wirtschaft durch die Folgen des Ukrainekriegs mit Inflations- und Zinsanstieg sowie Konjunkturrückgang eingetrübt.

Dr. Marcel Crommen, Geschäftsführer NAI Apollo

Nahezu alle Branchen, aus denen die großen Nachfrager nach Lager- und Logistikflächen stammen – von der Industrie über den Handel bis zur Verkehrswirtschaft –, seien betroffen und agierten zurückhaltend, so NAI Apollo. Allerdings gebe es Anzeichen für Verbesserungen. Dieser Optimismus speist sich unter anderem daraus, dass erwartet werde, dass neue inländische Produktion und Lager aufgebaut würden (Lieferkettenproblematik), aber auch ganz generell aufgrund der verbesserten Wirtschaftsaussichten. Außerdem würde die erwartete Rezession in den kommenden Monaten „nicht so tief ausfallen, wie es vor wenigen Monaten noch angenommen wurde“.

Keine schlechten Aussichten

Auf Seiten des Angebots hat sich nichts verändert: Nach wie vor stellt das geringe bis völlig fehlende Flächenangebot die größte Herausforderung im Rhein-Main-Gebiet dar. „Hierauf wird bereits seit längerer Zeit hingewiesen“, so Stefan Weyrauch, Co-Head of Industrial and Logistics bei NAI Apollo. „Allerdings haben in den Vorjahren einzelne sehr große Neubauprojekte, vor allem in den Außenbereichen des Marktgebiets, kurzfristig das Angebot erhöhen können, wodurch sich der Flächenmangel nicht richtig in den Umsatzzahlen widerspiegelte.“

Laut Geschäftsführer Crommen falle der Ausblick auf die Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besser aus als noch vor wenigen Monaten. „Mit einem Plus von voraussichtlich 1,9 Prozent ist das BIP 2022 stärker angewachsen als zuletzt prognostiziert und für 2023 wird nur noch mit einem geringen Wirtschaftsrückgang gerechnet“, so Crommen. Der Arbeitsmarkt erweise sich als stabil, die Inflation sei zwar weiterhin hoch, habe zuletzt aber abgenommen. Dies werde den Handel, die Industrie und in der Folge dann auch das Lager- und Logistikgewerbe in den kommenden Monaten weiter stützen. (bm)

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