Make or Buy?
Strategische Ersatzteilbeschaffung unter unsicheren Lieferbedingungen

Von Patrick Schulze * 5 min Lesedauer

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Die Ersatzteilbeschaffung entwickelt sich zunehmend zu einer strategischen Herausforderung für Einkauf, Technik und Instandhaltung. Abgekündigte Komponenten, lange Lieferzeiten, Materialengpässe und die Abhängigkeit von einzelnen OEM erschweren klassische Beschaffungsprozesse erheblich. Gleichzeitig wachsen die Risiken durch Anlagenstillstände und Produktionsausfälle.

Schiebehülse-Satz einer Mercedes-Benz-Pendelachse: Bei der Make-or-Buy-Abwägung greifen hier Kriterien wie Stückpreis, Lieferzeit oder Fertigungskapazitäten häufig zu kurz.(Bild:  Con-Sept)
Schiebehülse-Satz einer Mercedes-Benz-Pendelachse: Bei der Make-or-Buy-Abwägung greifen hier Kriterien wie Stückpreis, Lieferzeit oder Fertigungskapazitäten häufig zu kurz.
(Bild: Con-Sept)

Die Rahmenbedingungen in der industriellen Ersatzteilbeschaffung haben sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Während OEM und große Serienhersteller ihre Fertigungskapazitäten zunehmend auf wirtschaftlich attraktive Volumenmärkte konzentrieren, geraten kleinere Stückzahlen und ältere Anwendungen immer stärker ins Abseits. Gerade bei älteren Motoren, Sondermaschinen oder hochspezialisierten Komponenten führt dies dazu, dass Ersatzteile vom Markt verschwinden oder nur noch mit enormen Lieferzeiten und Kosten verfügbar sind.

Unternehmen müssen daher neue Wege finden, um Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und technische Anforderungen miteinander zu verbinden. Dabei gewinnt insbesondere die Rekonstruktion und technische Neuauslegung von Ersatzteilen als Alternative zur klassischen Beschaffung zunehmend an Bedeutung.