Logistikkosten Transparenz bei der Übernahme erforderlich

Autor / Redakteur: Bela Peterson und Verena Seidel / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Bei Unternehmenszusammenschlüssen ist der gegenseitige Informationshunger groß. Die Logistik wird dabei stiefmütterlich betrachtet. Wenn die Logistikkosten bei einem Zusammenschluss von zwei produzierenden Unternehmen nicht betrachtet werden und erhoffte Synergien durch Mehraufwendungen ausbleiben, kann das Konsequenzen haben.

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Basis einer erfolgreichen Unternehmensführung sind qualitative und quantitative Informationen, die sowohl ex-post, also rückwirkend, Auskunft über die Performance eines Unternehmens geben als auch ex-ante Strategieentscheidungen unterfüttern oder auslösen. Insbesondere im Fall von Unternehmenszusammenschlüssen gibt es ausgeprägten Informationshunger beim Käufer wie auch beim Verkäufer.

Logistikkosten werden zu oft vernachlässigt

Stiefmütterlich wird dabei die Logistik betrachtet. Dies kann schwerwiegende Konsequenzen haben, wenn beispielsweise die Logistikkosten bei einem Zusammenschluss von zwei produzierenden Unternehmen nicht betrachtet werden und erhoffte Synergien durch Mehraufwendungen ausbleiben.

Analysemethoden dabei sind Balanced Scorecards, selektive Kennzahlensysteme oder Bewertungen von bereichsübergreifenden Synergiepotenzialen. Vor allem bei bereichsspezifischen Unternehmenszusammenschlüssen oder -übernahmen spielt „Transparenz“ eine übergeordnete Rolle. Gerade der Fokus auf die Logistik wird bei derartigen Analysen häufig vernachlässigt.

Durch die 2008 weltweit ausgebrochene Finanzkrise hat sich das Geschäft der Unternehmens- beziehungsweise Geschäftsbereichs-Übernahmen etwas abgekühlt. Eine weiter anhaltende Nachfrage von Übernahmeinteressenten, wie zum Beispiel Schaeffler/Continental oder Witte Automotive/Delphi‘s Power Products, zeigt jedoch, dass auch Unternehmen der Automobilindustrie weiter aktiv am Markt sind.

Auswahl der Analysemethoden spielt entscheidende Rolle

Eine umso wichtigere Rolle spielt in nächster Zeit die vor einer Transaktion liegende Auswahl von Analysemethoden zur Bewertung der innerbetrieblichen Situation und Vergleichbarkeit von Geschäftsbereichen verschiedener Unternehmen. Bereits vor der Finanzkrise lag die Misserfolgswahrscheinlichkeit von Unternehmenszusammenschlüssen bei zirka 57%. Gründe waren hierfür meist

  • unausgereifte unternehmensstrategische Akquisitionsplanungen,
  • Überschätzung von Synergiepotenzialen sowie
  • kulturelle Diskrepanzen.
(Archiv: Vogel Business Media)

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