Autonome Lieferung

Automatisierte Drohne für die Intralogistik

| Redakteur: Gary Huck

Die autonome Drohne soll die Lieferung von Werkstoffproben beschleunigen und sicherer machen.
Die autonome Drohne soll die Lieferung von Werkstoffproben beschleunigen und sicherer machen. (Bild: Thyssenkrupp)

Am 21. Mai 2019 fand auf dem Firmengelände von Thyssenkrupp Steel Europe in Duisburg der erste Demonstrationsflug einer autonomen Transportdrohne statt. Mit dem System will der Stahlkonzern in Zukunft die Lieferung von Laborproben vereinfachen.

Die Drohne soll nach eigenen Angaben dafür eingesetzt werden, Materialproben vom Thyssenkrupp-Werkshafen in das Zentrallabor zu bringen. Mit dem neuen System soll die 2,2 km lange Strecke in etwa 6 min bewältigt werden. Laut dem Stahlkonzern benötigt ein Mitarbeiter per Pkw momentan 15 min vom Hafen bis in das Labor. Außerdem muss er auf der Strecke mehrere unbeschrankte Bahnübergänge passieren, was ein Unfallrisiko mit sich bringt. Mit der Drohne würde sich die Lieferzeit also deutlich verkürzen und sicherer werden. „Auch dieses Projekt ist eines von vielen, mit denen wir das Stahlwerk der Zukunft bauen: moderner, digitaler und nachhaltiger. Dabei forcieren wir Digitalisierungsprojekte nicht um ihrer selbst willen, sondern immer dann, wenn sie uns konkrete Fortschritte bringen. Die Transportdrohne ist dafür ein exzellentes Beispiel“, sagt Andreas Goss, Vorstandsvorsitzender von Thyssenkrupp Steel Europe.

Automatisierte Lastenaufnahme

Um das Projekt zu realisieren, kooperierte das Unternehmen mit Doksinnovation, die die Drohne vom Typ „Delivairy“ entwickelten. Das Unternehmen gibt an, dass der Flugroboter mit einer Spannweite von 1,20 m über eine Tragkraft von 4,5 kg verfügt.

Die Drohne vom Typ „Delivairy“ hat 1,20 m Spannweite und kann 4,5 kg tragen.
Die Drohne vom Typ „Delivairy“ hat 1,20 m Spannweite und kann 4,5 kg tragen. (Bild: Thyssenkrupp)

Die Lastenaufnahme ist automatisch möglich. Fallschirme, redundante Flugsteuerung sowie eine Kombination aus optischer und GPS-basierter Navigation sollen das System sicher machen. Die Überwachung der Drohne erfolgt nach Angaben von Thyssenkrupp über einen zentralen Leitstand. Dort überwachen zwei entsprechend ausgebildete Mitarbeiter die Bewegungen des Fluggeräts und leiten es wenn nötig auf einen von sechs Notfalllandeplätzen entlang der Route um.

„Projekte wie bei Thyssenkrupp machen sehr deutlich, welchen Mehrwert Drohnen in der Hand von professionellen Nutzern haben. Überall in Deutschland etablieren Innovatoren ganz neue Geschäftsmodelle um das Thema Drohne“, so Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt. „Die Bundesregierung unterstützt diesen Zukunftsmarkt, zum Beispiel durch Förderungen von Forschung und Entwicklung. Aber auch die regulatorischen Rahmenbedingungen müssen stimmen.“

Drohne lässt sich per App anfordern

Laut dem Stahlkonzern müssen für die sechsmonatige Pilotpahse des Projekts entsprechende Genehmigungen von der Landesluftfahrtbehörde Nordrhein-Westfalen eingeholt werden. Sollte sich das System bewähren, könnt es in Zukunft auch in anderen Bereichen der internen Logistik zum Einsatz kommen. Projektleiter Dr. Thomas Lostak erzählt: „Die Drohne lässt sich individuell per App anfordern. Die Auslieferung zeitkritischer Sendungen auf dem Werksgelände könnte man damit voll automatisieren und digitalisieren.“

Premal A. Desai, Vorstandsmitglied Finanzen von Thyssenkrupp Steel Europe, Andreas J. Goss, Vorstandsvorsitzender von Thyssenkrupp Steel Europe, Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, Hendrik Wüst, NRW-Verkehrsminister und Dr. Thomas Lostak, Projektleiter (v. l.), beim Probeflug.
Premal A. Desai, Vorstandsmitglied Finanzen von Thyssenkrupp Steel Europe, Andreas J. Goss, Vorstandsvorsitzender von Thyssenkrupp Steel Europe, Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, Hendrik Wüst, NRW-Verkehrsminister und Dr. Thomas Lostak, Projektleiter (v. l.), beim Probeflug. (Bild: Thyssenkrupp)

„Der Probeflug einer autonomen fliegenden Transportdrohne zeigt, dass wir in Nordrhein-Westfalen gute Voraussetzungen haben, bei der Entwicklung innovativer Technologien vorne dabei zu sein. In einem solch bevölkerungsstarken und verkehrsreichen Land ist es richtig, mit dem Luftraum die dritte Dimension der Mobilität mitzudenken“, kommentierte Hendrik Wüst, Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, den Demonstrationsflug.

Weitere Beiträge der Unternehmen:

Thyssenkrupp Steel Europe

Doksinnovation

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