Internet of Things

Behälter kommunizieren über IoT-Plattform

| Autor / Redakteur: Horst Neumann / Bernd Maienschein

Über die IoT-Serviceplattform, mit der die Behälter verbunden sind, können Disponenten jederzeit erkennen, wo sich der Behälter befindet und welchen Umwelteinflüssen er ausgesetzt ist.
Über die IoT-Serviceplattform, mit der die Behälter verbunden sind, können Disponenten jederzeit erkennen, wo sich der Behälter befindet und welchen Umwelteinflüssen er ausgesetzt ist. (Bild: Kurt Fuchs/ Fraunhofer IIS)

Im Rahmen des Forschungsprojektes „DProdLog“ (Digitalisierung produktionslogistischer Dienstleistungen) wird erforscht, wie sich mit Sensoren ausgestattete Kanban-Behälter selbstständig verwalten können.

Verschwundene oder beschädigte Behälter, intransparente Kreisläufe – Probleme für viele Produktionsbetriebe, die sich jedoch mithilfe von Logistik 4.0 lösen lassen. Um hier innovative Lösungen zu finden, wurde das Forschungsprojekt „DProdLog“ ins Leben gerufen. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), untersuchten die Projektpartner, wie Behälter durch innovative Technologien „intelligent“ werden und Logistik 4.0 weiter vorantreiben.

Der am Kleinladungsträger (KLT) angebrachte Sensor erfasst neben internen Daten, wie Inhalt, ID, Füllstand oder Chargennummer, auch umfangreiche Informationen zu externen Einflüssen. So lassen sich Temperatur, Erschütterungen und Feuchtigkeit während des Transportes feststellen und aufzeichnen. Vor allem das Wahrnehmen der externen Faktoren erleichtert Qualitätsmanagern die Arbeit: Erreicht ein Wert einen als kritisch definierten Bereich, so sendet der Behälter über die IoT-Plattform einen Alert oder sperrt sich sogar selbst. Sensible Waren, wie mit Gel beschichtete Schrauben, die zu hohen Temperaturen ausgesetzt waren, müssen so vor der Nutzung erst auf ihre Funktionstüchtigkeit und Qualität überprüft werden. Die Kombination der angebrachten Sensorik an den Behältern mit Geo- und GPS-Daten ermöglicht das Verfolgen der Behälter und Waren über die IoT-Serviceplattform in Echtzeit. Dadurch entsteht Transparenz im Behälterkreislauf – sowohl beim Vollgut als auch beim Leergut. Behälter- und Warenflüsse lassen sich genauer überwachen, steuern und planen.

Automatisierte Nachbestellung bei niedrigem Füllstand

Über eine drahtlose Infrastruktur aus Ankerknoten und Gateways ist der intelligente Behälter mit der Serviceplattform verbunden und übermittelt an diese seine gesammelten Daten. Mit der Plattform sind neben dem Behälter sowohl das Produktionsunternehmen selbst, die jeweiligen Lieferanten als auch die Spediteure verbunden. Sie alle kommunizieren digital über die Plattform und greifen auf die Behälterdaten in Echtzeit zu. Leert sich ein Behälter und erreicht eine bestimmte Füllstandsgrenze, sendet er eine Meldung an die IoT-Plattform. Daraufhin erhält der Anwender des Unternehmens eine Push-Benachrichtigung und kann entsprechende Maßnahmen einleiten, wie das Berechnen der Wiederbeschaffungszeit, das Bestätigen einer Nachbestellung beim Lieferanten und das Organisieren der Leergutabholung.

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„DProdLog“ wurde im Mai 2019 abgeschlossen. Die entworfenen Prozesse wurden zunächst in einer Demonstrationsumgebung, dem Testzentrum L.I.N.K. des Fraunhofer-IIS in Nürnberg, getestet. Anschließend wurde das Szenario in der Praxis erprobt, also zwischen den verschiedenen Standorten der Projektpartner. Als Konsortialpartner waren am Projekt beteiligt: Euro-Log AG (Projektleitung), Böllhoff GmbH, Raben Trans European Germany GmbH, Fraunhofer-SCS und die Universität Bamberg. Bosch München nahm als assoziierter Partner am Projekt teil. Die Projektpartner prüfen im Nachgang, ob und wie sich die aus dem Forschungsprojekt hervorgegangenen Ergebnisse in zukunftsträchtige Geschäftsmodelle und Dienstleistungen umsetzen lassen.

* Horst Neumann ist Business Development Manager bei der Euro-Log AG in 85399 Hallbergmoos, Tel. (08 11) 95 95-0, nfo@eurolog.com

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