Droht Taiwankrise?

Bloß keinen Wirtschaftskrieg mit China anfangen!

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Wirtschaft und Politik waren offensichtlich ein wenig zu naiv

Der Chef des Autozulieferers Elringklinger aus Baden-Württemberg setzt darauf, dass die Chinesen vor einem Wirtschaftskrieg mit dem Westen zurückschrecken, denn die Chinesen wissen ganz genau, dass ihre Volkswirtschaft massiv von Europa und von den USA abhängt, wie er anmerkt. Die Volkswirtschaften seien sehr eng miteinander verflochten. Und China sei um ein Vielfaches abhängiger von Europa und von den USA als Russland. China müsste deshalb eigentlich ein – wörtlich – Rieseninteresse daran haben, diese Handelswege offen zu lassen, weil sonst ein Wirtschaftskollaps drohe. Das würde die Weltwirtschaft in kaum vorstellbarem Maß durcheinanderwirbeln.

Allerdings sei auch der Konflikt mit Russland bis vor Kurzem so nicht absehbar gewesen, wie die Experten betonen. Auch die deutsche Wirtschaft habe gedacht, es werde mit den russischen Energielieferungen immer so weitergehen. Das war offensichtlich ein bisschen blauäugig, kommentiert Wolf. Schließlich gab es während des „Kalten Krieges“ auch keine derartigen Probleme. Die Wirtschaft habe es deshalb unterlassen, bei der Politik auf eine stärkere Diversifizierung bei der Energieversorgung zu pochen. Man hat diese ganzen geopolitischen und geostrategischen Risiken, die sich hier jetzt verwirklicht haben, einfach nicht gesehen oder nicht sehen wollen.

Nun sollte man aus diesem Szenario die Lehren ziehen

Es haben viele deutsche Unternehmen in der Ukraine investiert und dort Tochtergesellschaften gegründet, um dort zu produzieren. „Ich glaube, wir müssen auch in Zukunft viel mehr geplante Auslandsinvestitionen unter geostrategischen und geopolitischen Risiken betrachten“, empfiehlt Wolf. Man hat zwar die Kostenvorteile in Osteuropa und die Subventionen gesehen, aber geostrategische Themen hat man nicht mit berücksichtigt. Nach Meinung des Gesamtmetall-Chefs ein großer Fehler.

Allerdings warnte er auch davor, sich vom russischen Markt komplett zu verabschieden, wenn man sieht, was jetzt los ist, denn Maschinen- und Anlagenbauer leiden im Moment, weil ihnen der russische Markt weggebrochen ist. Das sei wirklich ein Thema, wo man sich auch Gedanken machen müsse, ob es richtig sei, einem Markt komplett den Rücken zu kehren. Der Markt werde derzeit von China und der Türkei eingenommen, wo es auch gute Maschinen und Anlagenbau gebe.

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