RFID

Das Internet der Schuhe

| Redakteur: Benedikt Hofmann

Auf Initiative der ANWR Group, der GS1 Germany GmbH und AIM-D e.V. hat sich am 17.05.2016 in Köln die RFID Shoes Group konstituiert.
Auf Initiative der ANWR Group, der GS1 Germany GmbH und AIM-D e.V. hat sich am 17.05.2016 in Köln die RFID Shoes Group konstituiert. (Bild: AIM-D e.V.)

Auf Initiative der ANWR Group, der GS1 Germany GmbH und AIM-D e.V. hat sich am 17.05.2016 in Köln die RFID Shoes Group konstituiert. Über 60 Vertreter aus der Schuhproduktion, dem Groß- und Einzelhandel und der Auto-ID-Branche sowie den zugehörigen Interessensvertretungen haben sich wettbewerbsübergreifend initial getroffen, um die Besonderheiten der Schuh-Branche im Zusammenhang mit der RFID Technologie zu diskutieren.

Mittelfristig ist das Ziel, die Schuhproduktion für Industrie 4.0 und das Internet der Dinge fit zu machen, also Auto-ID-Lösungen zum Beispiel zur Produktions- und Verpackungssteuerung einzusetzen. Gleichzeitig sollen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass auch der Schuhhandel sämtliche Effizienzpotenziale von RFID ausschöpfen kann. Peter Altes, AIM-D e.V., merkt dazu an, „dass die der Schuhbranche bevorstehende Automatisierung, insbesondere die der Schuhproduktion, wohl nicht umhin kommt, direkt die Entwicklungsschritte Richtung Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge mitzureflektieren.“

Auch für den Kunden soll der geplante Einsatz von Auto-ID-Lösungen in der Schuhbranche Vorteile mit sich bringen: schnellere Prozesse im stationären Handel, bessere Verfügbarkeit auf der Verkaufsfläche, effizientere Abwicklung von Onlinebestellungen und Retouren sowie das Eröffnen neuer Erlebniswelten und genauere Produktinformationen können durch den Einsatz von RFID realisiert werden.

Harald Krug, ANWR Group, stellte die Unterschiede zwischen den üblichen Fashionprodukten und Schuhen vor, „die sich unter anderem sowohl darin zeigen, dass die unterschiedlichen Präsentationsformen des Schuhs, gegebenenfalls eine Ausstattung beider Schuhe mit RFID Etiketten erfordern, aber auch, dass die An- oder Einbringung des RFID-Transponders im Schuh besondere Anforderungen stellt.“

Und Markus Müller, GS1 Germany GmbH, beschreibt vor diesem Hintergrund eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Automatisierungsprozesse in der Schuhproduktion und im Schuhhandel wie folgt: „Um die Vorteile von RFID umfänglich ausschöpfen zu können, müssen Industrie, Handel und IT-Dienstleister sich zunächst mit dem Thema Serialisierung auseinandersetzen sowie die damit verbundenen Herausforderungen erkennen. Um ineffiziente, proprietäre Lösungen zu vermeiden, möchte GS1 Germany gemeinsam mit den Anwendern die existierenden Standards für die Mode- und Schuhbranche überprüfen und falls notwendig erweitern.“

Nach der konstituierenden Sitzung soll die Arbeit der RFID Shoes Group nun in drei Arbeitsgruppen fortgesetzt werden – verbunden mit dem Ziel, Handlungsempfehlungen für die Branche in Form eines gemeinsamen White Papers sowie in einer GS1 Germany Anwendungsempfehlung zu erarbeiten:

  • A1: „Unter welchen Bedingungen können RFID Tags / Etiketten in der Schuhproduktion in den Schuh eingebracht werden?“ In dieser Arbeitsgruppe wird es im Wesentlichen um die Erarbeitung der physikalischen Voraussetzungen und Anforderungen an RFID Tags gehen sowie um konkrete technische Spezifikationen beziehungsweise Vorgaben aus dem und für den Schuh-Produktionsprozess.
  • A2: „Welche Veränderungen an den bestehenden GS1 Empfehlungen sind erforderlich (unter anderem: „2 Schuhe – 1 SGTIN“)?“ Im Zentrum dieser Arbeitsgruppe stehen Fragen nach den möglichen Filterwerten im EPC (Electronic Product Code) für Umverpackungen (Schuhkarton), der Nutzung von Signifikanzen in den Seriennummern für die Unterscheidung „rechter Schuh“ versus „linker Schuh“ oder das Matching von Seriennummern entlang der Supply Chain.
  • A3: „Wie wird ein produktionsseitiger Einbau in den Schuh aus Sicht des Datenschutzes rechtlich behandelt?“ In dieser Arbeitsgruppe wird der Fokus auf dem Privacy Impact Assessment (PIA) liegen; ein alles andere als triviales Thema, insbesondere dann, wenn die Schuhindustrie sogenannte „embedded tags“ einsetzen sollte.

Alle Beteiligten des Kickoff-Meetings waren sich darin einig, dass auf die Branche große Herausforderungen warten, die aber kooperativ und konstruktiv angegangen und gelöst werden können. Entsprechend zuversichtlich blicken die Initiatoren, die ANWR Group, GS1 Germany GmbH und AIM-D e.V. in die Zukunft und verweisen ausdrücklich darauf, dass sich die RFID Shoes Group als offene Plattform versteht und stets für weitere Interessenten, die aktiv mitarbeiten möchten, offen steht.

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