Frischelogistik Der schnelle Weg zum Kunden

Redakteur: M. A. Benedikt Hofmann

Schnelligkeit ist das Erfolgsrezept des Lebensmittelgroßhändlers Fripa: Von der Kundenbestellung bis zur Auslieferung benötigt das Unternehmen maximal 24 Stunden. Eine Softwarelösung von CSB-System sorgt für reibungslose Abläufe.

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Im Tiefkühlbereich hat sich Fripa für eine Pick-by-Voice-Lösung entschieden.
Im Tiefkühlbereich hat sich Fripa für eine Pick-by-Voice-Lösung entschieden.
(Bild: CSB-System)

Das Fripa-Sortiment besteht zu zwei Dritteln aus Frischwaren. Fleischprodukte, Fisch, Backwaren, Feinkost, Käse, Obst, Gemüse und Gewürze lagern auf gut 2900 m² am Firmenstandort in Bensheim. Die vorwiegend aus der Gastronomie stammenden Kunden erhalten bei Fripa alles, was sie benötigen. Vor 20 Jahren entschieden sich Wolfgang Hahl und sein Sohn Ralf für die Einführung des CSB-Systems. „Die Software hat unser Wachstum immer gut unterstützt, sodass wir im Laufe der Zeit immer mehr Module aktiviert haben. Heute steuern wir alle Prozesse IT-gestützt und profitieren von einer effizienten Auftragsabwicklung von der Bestellerfassung bis zur Auslieferung“, sagt Fripa Geschäftsführer Ralf Hahl.

Multichannel Sales

Primärer Vertriebskanal für die rund 6000 Artikel ist der klassische Telefonverkauf. Viele Kunden bestellen auch über EDI, E-Mail oder Fax. Schon morgens um 3.00 Uhr beginnen die ersten Mitarbeiter damit, die in der Nacht eingegangenen Aufträge zu bearbeiten. Ab 7.00 Uhr herrscht Hochbetrieb, die Telefone stehen kaum noch still. 900 Kunden optimal zu bedienen und just-in-time zu beliefern, ist eine Herausforderung für die internen und externen Abläufe. Das ERP-System von CSB unterstützt die Mitarbeiter in der Auftragserfassung, denn über die Software haben sie alle relevanten Informationen über Kunden, Bestellverhalten, Produkte, Mengen, Preise und Lagervorräte direkt auf ihrem Bildschirm. Die Bestellungen müssen nur noch ins System eingegeben und zur Kommissionierung freigegeben werden.

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Bestellungen auch online möglich

Inzwischen können die Kunden ihre Produkte auch online – außerhalb der klassischen Geschäftszeiten – ihre Produkte ordern. Seit Kurzem betreibt Fripa einen B2B-Webshop von CSB-System, um alle Vorteile nutzen zu können, die ein moderner Multichannel Sales bietet. Der Shop ist vollständig im ERP-System integriert, sodass die eingehenden Aufträge sofort in den Dispositionsmodulen zur Verfügung stehen. Manuelle, zeitaufwendige und fehleranfällige Datenpflege entfallen. Die nahtlose Integration der Warenwirtschaft ist auch deshalb sehr wichtig, weil neben der Preispflege die automatische Datenverfügbarkeit aller nahrungsmittelrelevanten Aspekte wie Gewichtsangaben, MHDs, Losgrößen und die Rückverfolgbarkeit sichergestellt ist. Durch die direkte Verbindung von Webshop und ERP-System kann außerdem bei jeder Bestellung automatisch die Verfügbarkeit der Artikel geprüft werden – auch unter Berücksichtigung der zu beachtenden Lieferzeiten. So können unmittelbar nach Auftragseingang die Kommissionierung und der Versand angestoßen werden.

Papierzettel und manuelle Datenerfassung haben ausgedient

Auch bei der Zusammenstellung der Waren für die Auslieferungsfahrer ist alles auf Schnelligkeit ausgelegt. Papierzettel und manuelle Datenerfassung haben in der Kommissionierung seit Kurzem vollständig ausgedient. Stattdessen nutzen die Kommissionierer im Trocken- und Kühllager mobile Endgeräte mit Scanfunktion. Diese sind online mit dem CSB-System verbunden und erhalten über WLAN die zu bearbeitenden Aufträge. Die Kommissionierer arbeiten Posten für Posten ab, scannen die Barcodes der Artikel und nehmen die entsprechende Stückzahl aus dem Regal. Da die Aufträge im Vorfeld nach Lagerort organisiert werden, kann die Abarbeitungsreihenfolge und damit der Laufweg der Mitarbeiter optimiert werden. Die Folge: deutliche schnellere Kommissionierprozesse und eine Erhöhung der täglich bewältigten Menge. Mit der Bestätigung des Pick-Prozesses am MDE-Gerät wird jeder erledigte Auftrag automatisch dem Lagerverwaltungssystem gemeldet und der Lagerbestand aktualisiert. Aufgrund dieser Online-Informationsverarbeitung ist keine zusätzliche Nacherfassung der Daten mehr notwendig. Außerdem kann der Status der Kommissionierung am Control-Center laufend verfolgt werden.

Im Tiefkühlbereich wird gesprochen

Im Tiefkühlbereich hat sich Fripa für eine Pick-by-Voice-Lösung entschieden. Bei Temperaturen von mindestens 20 Grad unter Null lagert hier die Ware mit besonders starkem Frischeanspruch, wie Fleischprodukte, Fisch und Backwaren. Bei diesen Bedingungen stoßen mobile Endgeräte an ihre Grenzen, deshalb wird hier sprachgesteuert kommissioniert. Über WLAN kommunizieren das CSB-System und die mobilen Sprachcomputer miteinander. Dabei werden die Kundenauftragsdaten in Sprache umgewandelt und den Kommissionierern per elektronischer Stimmübertragung auf ihr Headset übertragen. Das sorgt für fehlerfreie und sichere Abläufe. Zudem haben die Mitarbeiter ihre Hände frei und können flexibler und schneller agieren. Die Bestätigung des Kommissioniervorgangs erfolgt ebenfalls per Spracheingabe. Aufgrund der Onlineverbindung zur Lagerverwaltung wird der Bestand in Echtzeit aktualisiert. Eine zusätzliche manuelle Bearbeitung der Daten ist auch hier nicht notwendig.

IT als Produktivfaktor

Hahl sieht sein Unternehmen technologisch gut aufgestellt: „Die Software ist ein Produktivfaktor für uns. Vor allem die Qualität in der Kommissionierung ist deutlich besser geworden. Unsere Prozesse verlaufen im Vergleich zu früher viel schneller und reibungsloser. Da wir in keinem Bereich mehr Kommissionierscheine einsetzen müssen, tendiert die Fehlerquote jetzt gegen Null. Insgesamt verschafft uns die Software einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Schnelligkeit. Spätestens 24 Stunden nach Bestellung liefern wir die Ware beim Kunden ab.“ Die Einführung weiterer CSB-Module ist in Planung. Bald sollen beispielsweise auch die Mehrwegtransportverpackungen mithilfe der Software verwaltet werden, da hier weiteres Einsparungspotenzial identifiziert wurde. ■

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