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Das Lager ist dynamisch und flexibel organisiert. Das heißt, das nicht jeder Artikel einen festen Kommissionierplatz hat und dass sich dadurch das relativ großes Sortiment Kares auf vergleichsweise wenigen Kommissionierplätzen abarbeiten lässt. Zudem steht die Ware genau dann zur Verfügung, wenn sie auftragsmäßig gebraucht wird.
Schnelldreher werden nicht ins Regal eingelagert
Schnelldrehende Artikel, von denen zum Beispiel innerhalb von zwei Wochen 80 Paletten umgeschlagen werden sollen, werden nicht ins Regal eingelagert, sondern für den definierten Zeitraum im Warenausgangsbereich in Blöcken zusammengefasst. Lediglich die Restbestände werden nach diesen zwei Wochen eingelagert, um Platz für die nächste Aktion zu schaffen. So können mehrere Aktionen parallel abgearbeitet werden. „Daraus ergibt sich eine sehr hohe Lagerverdichtung, und Plätze werden sauber abgeräumt“, erklärt Michael Wolf den Effekt. „Der daraus entstandene Nutzen ist deutlich höher ausgefallen, als wir das erhofft hatten. Wir können nun unser Personal nicht nur wesentlich effizienter einsetzen, sondern sparen auch noch sehr viel Zeit und Miete für Lagerraum.“ Die Außenläger konnten erheblich reduziert werden, und Wolf hofft, gegen Jahresende ganz auf sie verzichten zu können.
Große Teile wie Möbel siedelte KDL ins Haupt-Außenlager um, den sogenannten Jagerhof, wo Lagerblöcke definiert und auf dem Boden markiert wurden.
An neuer Technik wurde ein Lagerverwaltungsrechner installiert und an das Kare-Warenwirtschaftssystem angebunden. Das Hauptlager und der Jagerhof erhielten ein Datenfunksystem samt mobilen Datenerfassungsgeräten für die Mitarbeiter sowie Staplerterminals, Scannern und Etikettendruckern für die Flurförderzeuge. Insgesamt sind inzwischen knapp 50 Geräte von der Friedrichshafener GAI Datenfunksysteme GmbH im Einsatz.
„In Fragen der technischen Ausrüstung haben wir uns ganz auf KDL verlassen und sind bisher sehr gut damit gefahren“, berichtet Wolf. „Die Geräte sind sehr robust und zuverlässig.“
Inventur dauerte eine Woche
Im November 2007 waren alle Vorbereitungen, Programmierungen sowie technische und bauliche Maßnahmen abgeschlossen und das Lagerverwaltungssystem KDL WOS ging in Betrieb. Zuvor erfolgte jedoch noch eine Inventur, bei der zugleich immer noch zersiedelte Waren zusammengeführt, eingelagert und die ermittelten Bestände an das Warenwirtschaftssystem gemeldet wurden. Angesetzt für zwei Tage, dauerte diese Inventur schließlich eine Woche, Danach aber waren sehr schnell die ersten Erfolge erkennbar.
Sieben Tage nach der Inbetriebnahme des Systems hatte Kare bereits wieder die Lieferfähigkeit vor der Neuorganisation erreicht, und nach weiteren zwei Wochen, die betreuend und schulend von KDL-Mitarbeitern begleitet wurden, „war die Kuh vom Eis“, so Wilhelm Lehr. Forderungen seitens der Kare-Verantwortlichen nach zusätzlichen Kontrollinstanzen im System hatte KDL weitgehend ignoriert. „Wir planen ein System, und dann lassen wir es erst einmal vier Wochen laufen“, begründet Lehr diese Haltung. „Ich halte nichts davon, schon nach zwei oder drei Tagen Änderungen vorzunehmen, die zum einen Geld kosten und zum anderen meist völlig überflüssig sind.“ Lehr behielt mit seinem Standpunkt recht.
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